Kabinettsumbau: Güntzler bedauert Probleme durch kurzfristige Absage an Merz

Datum01.08.2026 00:37

Quellewww.zeit.de

TLDRFritz Güntzler bedauert die Probleme, die seine kurzfristige Absage als Verkehrsminister verursacht hat. Er gesteht, dass seine Vorgehensweise ein "großer Fehler" war und bedauert, Kanzler Merz in Schwierigkeiten gebracht zu haben. Güntzler begründet seinen Verzicht mit mangelnder Erfahrung im Verkehrsbereich. Steffen Bilger wird nun für das Amt des Bundesverkehrsministers vorgeschlagen. Nina Warken wechselt ins Kanzleramt, Carsten Linnemann übernimmt das Gesundheitsministerium.

InhaltDie Art seines Vorgehens sei "ein großer Fehler" gewesen, sagt Fritz Güntzler. Er begründet seinen Verzicht auf den Verkehrsministerposten mit mangelnder Erfahrung. Der CDU-Abgeordnete Fritz Güntzler hat die Probleme durch seine kurzfristige Absage der Übernahme des Postens des Bundesverkehrsministers beklagt. "Ich hätte um Bedenkzeit bitten müssen. Das war ein großer Fehler", sagte Güntzler dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. "Natürlich habe ich den Kanzler mit meinem Vorgehen in Schwierigkeiten gebracht, und das bedaure ich sehr." Der Bundestagsabgeordnete hatte das Jobangebot von Kanzler Friedrich Merz (CDU) zunächst angenommen, dann aber wenige Stunden vor der geplanten Verkündung der Personalie wieder abgesagt. Merz konnte am vergangenen Freitag nur einen Teil der geplanten Kabinettsumbildung verkünden. Zudem geriet der Kanzler in der CDU wegen des Umgangs mit dem bisherigen Amtsinhaber Patrick Schnieder (CDU) in die Kritik. Für diesen wurde die Personalie zur tagelangen Hängepartie. "Die Situation hat mich einfach überfordert", sagte Güntzler. "In dem Moment habe ich nicht richtig funktioniert." Dies ärgere ihn, "weil es meinem Anspruch an mich selbst nicht genügt". Der Finanzpolitiker betonte, er habe sich letztlich für den Posten nicht geeignet gefühlt. "Ich habe mit Verkehrspolitik noch nie etwas zu tun gehabt", sagte Güntzler. "Und es wäre für mich nicht vertretbar, dass ich sechs Monate lang nur vom Blatt ablese, was Mitarbeiter des Ministeriums mir aufschreiben, weil ich selbst keine Ahnung von den Themen habe." Inzwischen hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der Unionsfraktion, Steffen Bilger (CDU), für das Amt des Bundesverkehrsministers vorgeschlagen. Für kommenden Mittwoch sei die Ernennung Bilgers geplant, sagte Merz bei einer Pressekonferenz. Der langjährige Abgeordnete war bereits zwischen 2018 und 2021 Staatssekretär im Verkehrsministerium, das in dieser Zeit von Andreas Scheuer (CSU) geleitet wurde. Im Rahmen des Kabinettsumbaus wechselt Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) an die Spitze des Kanzleramts, wo sie Thorsten Frei (CDU) nachfolgt, der nach dem Rücktritt von Jens Spahn (CDU) Chef der Unionsfraktion wird. Warkens Posten übernimmt der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann.