Evangelische Kirche in Bremen: Kirchentag verschärft Regeln gegen sexualisierte Gewalt

Datum27.11.2025 17:12

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Kirchentag der Bremischen Evangelischen Kirche hat Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt verschärft. Ehrenamtliche mit Leitungsverantwortung müssen künftig ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, und ein verbindlicher Schulungsturnus wird eingeführt. Im laufenden Jahr wurden bereits 19 Fälle gemeldet, was auf gestärkte Meldemechanismen zurückgeführt wird. Die Frist für den Abschluss von Schutzkonzepten in Kirchengemeinden wurde bis Ende März 2026 verlängert. Die neuen Präventionsmaßnahmen wurden mit 78 Prozent Zustimmung beschlossen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Evangelische Kirche in Bremen“. Lesen Sie jetzt „Kirchentag verschärft Regeln gegen sexualisierte Gewalt“. Der Kirchentag der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) hat sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt befasst und erste Verschärfungen im Umgang damit beschlossen. Künftig sollen unter anderem auch Ehrenamtliche mit Leitungsverantwortung ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Zudem wird ein verbindlicher Schulungsturnus eingeführt. Nach Angaben der Kirche  wurden im laufenden Jahr bislang 19 Fälle sexualisierter Gewalt gemeldet. Im Vorjahr waren es demnach 18 Fälle. Mit der Einrichtung der Fachstelle Sexualisierte Gewalt im Mai 2024 sei die Zahl der Meldungen gestiegen. Die Kirche führt den Anstieg auf sichtbarere Meldewege und eine gestärkte Fachstelle zurück. Die Leiterin der Fachstelle, Nancy Janz, sagte vor dem Kirchenparlament, die Veröffentlichung der sogenannten Forum-Studie im vergangenen Jahr und die bundesweite Debatte hätten die Arbeit in Bremen geprägt. Die Sensibilität sei gestiegen, "auch oder gerade für die Randbereiche sexualisierter Gewalt", sagte Janz. Die Präventionsarbeit in den Gemeinden erhält indes einen Aufschub. Bis Ende 2025 sollten eigentlich alle Kirchengemeinden Schutzkonzepte vorlegen ‒ die Frist wurde nun bis Ende März 2026 verlängert. Nach BEK-Angaben hat bislang rund ein Drittel der Gemeinden ein Konzept abgeschlossen. Die jetzt beschlossenen Präzisierungen und Verschärfungen in der Prävention wurden mit knapp 78 Prozent Zustimmung verabschiedet. © dpa-infocom, dpa:251127-930-350343/1