Ceuta: 25.000 Menschen sollen wieder nach Marokko zurückgekehrt sein, Merz spricht mit Sánchez

Datum31.07.2026 15:41

Quellewww.spiegel.de

TLDRBundeskanzler Merz forderte Spaniens Premier Sánchez zu einem schnellen Vorgehen in Ceuta auf, um die EU-Außengrenze zu sichern und illegale Migration zu bekämpfen. Rund 50.000 Migranten gelangten in die spanische Enklave, wovon 25.000 freiwillig nach Marokko zurückkehrten. Merz betonte die Notwendigkeit einer raschen Umsetzung der EU-Rücknahmeverordnung und lobte Marokkos Kooperationsbereitschaft.

InhaltKanzler Merz hat von Spaniens Premier Sánchez ein hartes Durchgreifen in Ceuta gefordert. Das Land müsse die Situation in seiner Enklave "schnellstmöglich wieder in den Griff bekommen". Wegen der dramatischen Lage Ceuta hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach SPIEGEL-Informationen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez telefoniert. In einer Erklärung danach wurde deutlich, dass Merz von der spanischen Regierung ein hartes Durchgreifen an der EU-Außengrenze eingefordert hat. Der robuste Schutz der Außengrenzen der EU sei "entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration", so die Erklärung aus dem Kanzleramt. Der Kanzler habe "die klare Erwartung an alle EU-Mitgliedstaaten, dass sie dieser Pflicht nachkommen". Konkret fordert Merz von Spanien, "die Situation in Ceuta schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen". Dazu sei es wichtig, "die illegalen Migranten nicht auf den europäischen Kontinent zu lassen". Marokko müsse die Menschen im Gegenzug "unverzüglich wieder zurücknehmen". Der Kanzler erinnerte an die im Juni nach mühsamen Verhandlungen von der EU beschlossene Rückkehrverordnung, diese müsse "nun unverzüglich und umfassend umgesetzt werden". Sánchez selbst bezeichnete die Grenzübertritte von Zehntausenden Menschen aus Marokko in die spanische Enklave Ceuta in Nordafrika als eine "Verletzung der territorialen Souveränität Spaniens". Laut dem spanischen Innenministerium sind in den vergangenen Tagen rund 50.000 Einwanderer auf irregulärem Weg nach Ceuta gelangt, die Mehrheit von ihnen am Donnerstag. Das berichtet die spanische Zeitung "El País ". Demnach sind von diesen etwa die Hälfte, also rund 25.000 Menschen, freiwillig nach Marokko zurückgekehrt.Außenminister Johann Wadephul (CDU) telefonierte nach SPIEGEL-Informationen vormittags sowohl mit seinem spanischen als auch mit dem marokkanischen Amtskollegen. In den Gesprächen forderte Wadephul, dass beide Staaten die Lage an der Grenze schnell gemeinsam unter Kontrolle bringen müssten. "Der Schutz der europäischen Außengrenze ist von überragender Bedeutung für die Europäische Union, um illegale Migration in Schach zu halten", sagte Wadephul nach den Telefonaten. Auch er richtete klare Erwartungen an Spanien. Es sei wichtig, dass Spanien umgehend die vollständige Kontrolle über die besorgniserregende Situation in Ceuta zurückgewinne. Bei dem Telefonat mit seinem marokkanischen Amtskollegen signalisierte dieser offenbar Kooperationsbereitschaft. Wadephul jedenfalls lobte "die Bereitschaft Marokkos, weiter eng mit Spanien zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit der gemeinsamen Grenze zu gewährleisten und die Migranten aus Ceuta schnellstmöglich zurückzunehmen". Lesen Sie auch: Die Bilder von Migranten, die in die spanische Enklave Ceuta eindringen, wühlen Europa auf und zwingen die Politik zum Handeln. Bei wem liegt die Verantwortung, auf wen muss man jetzt Druck ausüben: Marokko oder Spanien?