Dürre in Deutschland: Was niedrige Pegel in Flüssen und Seen freilegen

Datum31.07.2026 12:42

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie anhaltende Dürre legt in Deutschland und Europa verborgene Dinge frei. In der Donau sind durch Niedrigwasser deutsche Weltkriegs-Wracks und Mammutknochen sichtbar geworden. Im Edersee tauchte das "Edersee-Atlantis" mit überfluteten Dörfern und Brücken auf. Auch der Rhein verzeichnet extrem niedrige Pegel, was die Schifffahrt beeinträchtigt.

InhaltRuinen, Fossilien, gar ein deutsches Atlantis: Die anhaltende Trockenheit hat vielerorts Dinge freigelegt, die sonst verborgen unter Wasser liegen. Die schönsten Bilder. Wegen der anhaltenden Trockenheit führen viele europäische Flüsse deutlich weniger Wasser als sonst. Die Pegel der Donau etwa sind derzeit so niedrig, dass sie deutsche Wracks freigelegt haben, die sonst unter Wasser liegen. Die Schiffe gehörten während des Zweiten Weltkriegs zur deutschen Schwarzmeerflotte. Deutsche Truppen hatten sie 1944 versenkt, als sie sich vor der heranrückenden Roten Armee zurückzogen. Die vielen Wracks behindern bis heute den Schiffsverkehr. Aktuell dienen sie Schaulustigen als Ausflugsziel. In Bulgarien wurden im Flussbett der Donau riesige Knochen entdeckt. Sie gehörten offenbar zu einem Mammut. Fachleute des nahe gelegenen Museums für regionale Geschichte in Rousse haben die Knochen untersucht, demnach wurden ein Kieferknochen gefunden, Teile von Stoßzähnen, ein Fragment eines Schulterblatts sowie ein Oberschenkelknochen. Mammuts lebten während der Eiszeit und waren für die Menschen der damaligen Zeit eine beliebte Beute. Hier zu sehen ist ein Kieferknochen des ausgestorbenen Tiers. Die Donau – die vom Schwarzwald im Südwesten Deutschlands durch zehn Länder bis ins Schwarze Meer fließt – ist in einigen Abschnitten auf Rekordtiefstände gefallen. Die Sandbänke, über die diese Menschen spazieren, liegen normalerweise unter Wasser. Diese Drohnenaufnahme zeigt ein etwa hundert Jahre altes Schiffswrack, das wahrscheinlich zwischen den beiden Weltkriegen bei Opatovac, Kroatien, in der Donau versunken ist. In Hessen ist das sogenannte "Edersee-Atlantis" wieder aufgetaucht. Dieses Bild zeigt die Aseler Brücke, die nur bei Niedrigwasser zu sehen ist. Normalerweise passen in den See bis zu 200 Millionen Kubikmeter Wasser, aktuell sind es dagegen nur 40 Millionen. In dem Stausee lagen einst drei Dörfer, sie wurden für den Bau der Sperrmauer ab dem Jahr 1913 geflutet. Die dort lebenden Menschen mussten umsiedeln. Die Pegel im Edersee sind regelmäßig so niedrig, dass die Ruinen auftauchen – in diesem Jahr sind sie besonders früh zu erkennen. Ein Ende der Trockenheit ist nicht abzusehen. Auch am Rhein sind die Pegel besonders niedrig. An der entscheidenden Engstelle Kaub nähert sich der Pegel einem Rekordtief. Der Rhein gilt als wichtigste Wasserstraße Deutschlands.