Datum31.07.2026 11:12
Quellewww.zeit.de
TLDRCommerzbank-Chefin Bettina Orlopp betont die Notwendigkeit konstruktiver Gespräche mit der italienischen Unicredit im Übernahmekampf. Unicredit hält bereits fast 45% der Commerzbank-Aktien und strebt eine Kontrollübernahme an. Orlopp fordert einen Dialog über das Geschäftsmodell und die Einbindung aller Stakeholder, betont aber auch, dass Unicredit bei Strukturmaßnahmen nicht allein entscheiden könne. Die Commerzbank gehe mit starker interner und externer Unterstützung in die Gespräche.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Übernahmekampf“. Lesen Sie jetzt „Commerzbank-Chefin: Weitere Gespräche mit Unicredit“. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wirbt im Übernahmekampf für konstruktive Gespräche mit der italienischen Großbank Unicredit. In einem bankintern verbreiteten Interview akzeptiert sie die baldige Führungsrolle der Italiener, die bereits Zugriff auf fast die Hälfte der Commerzbank-Aktien haben. Doch auch bei einer Mehrheit auf der nächsten Hauptversammlung könne die Unicredit nicht allein über wesentliche Strukturmaßnahmen entscheiden. Zuerst hatte das "Handelsblatt" berichtet. "Es braucht zwischen unseren Häusern einen konstruktiven Dialog für einen wertschaffenden Weg nach vorn. Dazu gehört ein gemeinsames Verständnis des Geschäftsmodells und die Einbindung aller Stakeholder", sagt die Chefin der zweitgrößten Privatbank in Deutschland. Man komme mit der stärksten Commerzbank der Geschichte an den Tisch und habe breiten Rückhalt bei Aufsichtsrat, Bundesregierung und Arbeitnehmern. Die Vorstandschefin kündigt an: "Über die kommenden Wochen und Monate werden Commerzbank und UniCredit Gespräche führen, um Schritt für Schritt festzulegen, wie wir weitermachen. Das werden wir bei der Commerzbank im Schulterschluss mit dem Aufsichtsrat sowie den Arbeitnehmervertretern und im engen Austausch mit der Bundesregierung tun." Die Großbank Unicredit hat sich auf eine baldige Kontrollübernahme bei der Commerzbank eingestellt, für die eine Genehmigung durch die EZB erforderlich ist. Diese könnte nach Einschätzung der Italiener bereits im vierten Quartal dieses Jahres vorliegen. Die Unicredit hatte mit einem freiwilligen Übernahmeangebot bis Anfang Juli weitere rund 17,6 Prozent der Commerzbank-Papiere an Land gezogen. Zusammen mit den 26,77 Prozent, die die Unicredit schon zuvor hielt, steigt der Anteil damit rechnerisch auf 44,37 Prozent. Zudem haben die Italiener über Kaufoptionen Zugriff auf weitere 3,22 Prozent der Commerzbank-Aktien und könnten so auf 47,59 Prozent aufstocken. © dpa-infocom, dpa:260731-930-465618/1