Datum31.07.2026 10:33
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Arbeitslosigkeit in Bayern hat im Juli mit 318.025 Personen einen fast 20-Jahres-Höchststand erreicht. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,1 Prozent. Während saisonale Effekte wie Urlaubszeiten und endende Ausbildungsverträge eine Rolle spielen, zeigt der Vorjahresvergleich einen negativen Trend. Besonders betroffen sind jüngere, ältere und langzeitarbeitslose Personen. Trotzdem gibt es Anzeichen einer Stabilisierung, mit steigenden Stellenangeboten in einigen Branchen wie dem verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe, während die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter besorgniserregend zurückgeht.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Arbeitsmarkt“. Lesen Sie jetzt „Juli-Arbeitslosigkeit so hoch wie seit fast 20 Jahren nicht“. So viele Menschen sind in Bayern in einem Juli seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr ohne Job gewesen: Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Juni um 5.098 auf 318.025, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich demnach um 0,1 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. "Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat geringer anstieg als in den letzten Jahren, so markieren rund 320.000 Arbeitslose in Bayern eine Höchstmarke für einen Juli", erklärte der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz. Den Fachleuten zufolge hatte die Arbeitslosigkeit 2007 das letzte Mal in einem Juli höher gelegen. Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit in dem Monat ist üblich, weil vor der Sommerpause weniger neue Beschäftigte eingestellt werden und Ausbildungsverträge enden. Doch der Vorjahresvergleich zeigt den negativen Trend: Vor einem Jahr waren es gut 6.000 Arbeitslose weniger, die Arbeitslosenquote lag bei 4,0 Prozent. Stichtag für die aktuelle Statistik war der 13. Juli. Die Arbeitslosigkeit nimmt im Zuge der schwachen Konjunktur laut der Regionaldirektion aktuell überdurchschnittlich bei den Jüngeren, den über 55-Jährigen, den Langzeitarbeitslosen und den Schwerbehinderten zu. Schmitz sieht dennoch Lichtblicke: "Die negative Entwicklung der letzten Monate hat dabei jedoch an Fahrt verloren, Stabilisierungstendenzen sind erkennbar." In einigen Branchen wie dem verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe melden ihm zufolge Unternehmen wieder mehr offene Stellen als im Vorjahr. Insgesamt ging die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr aber um fast 5.400 auf knapp 105.000 zurück. Bedenklich sei der Rückgang bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, der mit Ausnahme von 2020 zu dieser Zeit noch nie solche Ausmaße angenommen habe, betonte Schmitz. "Die demografische Entwicklung und die konjunkturelle Krise spiegeln sich hier deutlich wider." © dpa-infocom, dpa:260731-930-465352/1