Bulgarien: Dürre legt Mammutknochen im Flussbett der Donau frei

Datum31.07.2026 06:27

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Bulgarien hat die Dürre im ausgetrockneten Donauflussbett gut erhaltene Knochen eines eiszeitlichen Mammuts freigelegt. Ein Anwohner fand Kieferknochen und Teile von Stoßzähnen nahe der Stadt Ruse, die nun im Regionalen Geschichtsmuseum aufbewahrt werden. Die Knochenteile gehören vermutlich einem jungen Tier, das lange in sumpfigem Gelände lebte. Die niedrigen Donapegel stellen europaweit Probleme dar, von Engpässen bei der Schifffahrt bis hin zu Kühlwasserknappheit für Atomkraftwerke.

InhaltDie Hitze hat in Bulgarien ein Relikt zutagegebracht, das wohl aus der Eiszeit stammt. Ein Anwohner fand bei niedrigem Donaupegel gut erhaltene Knochen eines Mammuts. Die Donau hat in Bulgarien bei extrem niedrigen Pegelständen mehrere Knochen eines Mammuts freigegeben, darunter Kieferknochen und Teile der Stoßzähne. Die Knochenteile hätten "sehr wahrscheinlich" einem Mammut der Eiszeit gehört, sagte der Direktor des Regionalen Geschichtsmuseums, Nikolay Nenow, der Nachrichtenagentur AFP. Ein Anwohner hatte sie in der Nähe der Stadt Ruse im Nordosten des Landes am Mittwoch zufällig im Flussbett gefunden. Am Donnerstag wurden sie in das Museum gebracht. Die Knochen seien gut erhalten, sagte Nenow. Anders als andere Mammutüberreste seien sie zudem an ein und derselben Stelle gefunden worden. Es sei also davon auszugehen, dass sie zu einem einzigen Tier gehörten. Nenow geht davon aus, dass es zu seinem Todeszeitpunkt noch jung war. Die dunkle Farbe der Knochen deute zudem darauf hin, dass das Mammut viel Zeit in sumpfigem Gelände verbracht habe, sagte der Museumsdirektor. Seit Mai ist der Wasserstand der Donau gesunken, weil es kaum regnet und mehrere Hitzewellen gab. In einigen Abschnitten hat der Fluss Rekordtiefstände erreicht. In Rumänien lösten die niedrigen Pegelstände der Donau auch einen Mangel an Kühlwasser für Atomkraftwerke aus. Deshalb nahmen die Betreiber zwei Reaktoren vom Netz. Auch in Ungarn und Österreich müssen Wasser- und Atomkraftwerke ihre Stromproduktion drosseln oder sogar vorübergehend einstellen. In Deutschland behindert Niedrigwasser im Rhein die Schifffahrt.