Datum31.07.2026 05:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDFB-Funktionär Alexander Wehrle kritisiert FIFA-Boss Gianni Infantino scharf für dessen "Gutsherrenart" und fehlendes Gespür für den Fußball. Infantinos Plan, kommerzielle Rechte der FIFA für Milliarden zu verkaufen, stößt bei der UEFA und Concacaf auf Ablehnung. Wehrle befürchtet, Infantino könne den Weltfußball zerstören und wünscht sich eine FIFA ohne ihn. Infantinos Wiederwahl 2027 wird durch diesen Konflikt unwahrscheinlicher.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nach Investorenidee der FIFA“. Lesen Sie jetzt „"Gutsherrenart": DFB-Funktionär will Infantino loswerden“. Der deutsche Fußball-Funktionär Alexander Wehrle hat FIFA-Boss Gianni Infantino in ungewohnter Schärfe für dessen Führungsstil kritisiert. "Ich hoffe, dass der eine oder andere Kontinentalverband jetzt mal aufwacht, weil er gar keinen mehr mitnimmt. Er nimmt das FIFA Council nicht mal mehr mit, sondern er entscheidet in einer Gutsherrenart, als ob er weltweit alleine entscheiden kann", sagte Wehrle in einem Interview RTL/Sky. Die FIFA hatte in dieser Woche mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Laut Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Die 55 Nationalverbände der UEFA kündigten geschlossen einen Boykott der FIFA-Wettbewerbe an, sollte diese den Plan nicht verwerfen. Wehrle, Vorstandsvorsitzender des Bundesligisten VfB Stuttgart und Aufsichtsratsboss beim DFB, kreidet Infantino fehlendes Feingefühl im Sport an. "Hat Gianni Infantino mal wirklich professionell Fußball gespielt? Ich glaube, in der fünften Liga in der Schweiz. Und war er eigentlich mal in der Fankurve? Weiß er eigentlich, was Fußball bedeutet? Fußball als Spiel, also dieses verbindende Element", merkte Wehrle an. Der 51-Jährige sagte, er wünsche sich eine FIFA ohne Infantino als Präsident. Der Plan, für den Weltverband noch mehr Milliarden zu erlösen, ergebe "keinen Sinn und ich habe da wirklich Sorge, dass ein einzelner Mann den Weltfußball zerstören kann", erklärte Wehrle. Infantino plant, sich im Frühjahr 2027 für eine weitere Periode wählen zu lassen. Bis zu den Vorfällen mit dem geplanten Investorendeal wurden dem Schweizer exzellente Chancen zugerechnet. Das milliardenschwere Vorhaben droht aber schnell zu scheitern, weil neben Europas wuchtigem Veto auch der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Verband Concacaf bereits geschlossen seine Ablehnung verkündet hat. © dpa-infocom, dpa:260731-930-464181/1