Datum31.07.2026 04:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRApple erzielte Rekordumsätze und Gewinne im letzten Quartal, angetrieben von starken iPhone- und MacBook-Verkäufen. Einmalige Effekte wie Zollrückzahlungen und Angstkäufe von Kunden wegen drohender Preiserhöhungen trugen dazu bei. Die Service-Sparte und der Ausblick enttäuschten jedoch Analysten, was zu einem Kursrückgang der Apple-Aktie führte. Lieferengpässe bei Bauteilen machen Apple für das laufende Quartal zu schaffen.
InhaltDas vergangene Quartal für Apple lief außerordentlich gut: Umsätze und Gewinn stiegen deutlich. Analysten zeigten sich trotzdem enttäuscht: Sie halten den Boom der vergangenen Monate für ein Strohfeuer. Von solchen Quartalszahlen können die meisten CEOs nur träumen: Der Apple-Gesamtumsatz erhöhte sich um 16 Prozent auf gut 109,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte um 27 Prozent auf knapp 29,8 Milliarden Dollar zu. Wichtigste Umsatztreiber waren die iPhone-Verkäufe (plus 22 Prozent auf 54,2 Milliarden) und MacBooks (plus 29 Prozent auf 10,3 Milliarden). Doch hinter den guten Zahlen stehen auch einmalige Effekte wie bereits verbuchte Rückzahlungen von US-Importzöllen. Diese stehen dem Konzern zu, nachdem einige Maßnahmen von Präsident Donald Trump vom Obersten Gericht der USA gekippt worden waren. Zum überraschend starken Quartalsergebnis trugen zudem Ängste von Apple-Kunden bei. Diese hatten in den vergangenen Monaten verstärkt ihre iPhones und MacBooks durch neuere Modelle ersetzt, weil Preissteigerungen drohten oder sogar angekündigt waren. Die Umsätze der wichtigen Service-Sparte, zu der der App Store und der Streamingdienst Apple TV+ zählen, enttäuschten hingegen. Das Gleiche galt für den Ausblick. Apple prognostiziert für das laufende Quartal einen Anstieg der Konzernerlöse von neun bis elf Prozent. Der iPhone-Absatz werde voraussichtlich um etwa 15 Prozent zulegen. Analysten hatten bislang mit höheren Werten gerechnet – zwölf beziehungsweise 17,6 Prozent. Die Aktien des US-Elektronikkonzerns brachen daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um knapp acht Prozent ein. Der scheidende Konzernchef Tim Cook begründete den verhaltenen Ausblick mit Lieferengpässen bei Elektronik-Bauteilen, die vorerst nicht behoben werden könnten. Vor allem die Produktionskapazitäten für die von Apple entwickelten Smartphone- und Laptop-Prozessoren reichten nicht aus. Apple lässt diese Chips beim taiwanischen Konzern TSMC fertigen. Nach Einschätzung von Bob O'Donnell, Chef-Analyst des Research-Hauses TECHnalysis, handelt es sich bei den Rekordumsätzen des letzten Quartals um ein Strohfeuer. "Was passiert in diesem Quartal mit den Macs, wenn die neuen Preise voll zum Tragen kommen?" Apple hatte vor einigen Wochen die Preise für mehrere Produkte angehoben, um die rasant gestiegenen Kosten für Speicherchips abzufedern. Der Umsatzbringer iPhone blieb zwar zunächst verschont. Experten rechnen jedoch fest damit, dass der Konzern anlässlich der Vorstellung der kommenden iPhone-Generation im September auch diese Produkte verteuern wird. Die Analysten der Bank Morgan Stanley erwarten dennoch keinen größeren Dämpfer für die Nachfrage. Die Preisgestaltung, vor allem für das iPhone, habe in der Vergangenheit nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Die Diskussion über den künftigen Smartphone- und Rechnerabsatz spielte auch bei der Beurteilung des Servicegeschäfts eine Rolle. Die Einnahmen dieses margenstarken Geschäftsbereichs stiegen um rund zwölf Prozent, blieben mit 30,74 Milliarden Dollar jedoch etwa 500 Millionen Dollar unter den Analystenprognosen. "Investoren befürchten, dass sich das Wachstum noch weiter abschwächen könnte, wenn die iPhone-Verkäufe wieder auf ein normales Niveau zurückkehren", sagte Analyst Gil Luria vom Research-Haus D.A. Davidson. Dies rückte die positiven Aspekte der Apple-Geschäftszahlen in den Hintergrund. "Wir haben sowohl beim Gewinn pro Aktie als auch beim operativen Cashflow neue Rekorde für ein Juni-Quartal aufgestellt", betonte Finanzchef Kevan Parekh. "Auch die Zahl der aktiven Geräte erreichte über alle wichtigen Produktkategorien und Regionen hinweg neue Höchststände." Der Konzern verdiente unter dem Strich 2,02 Dollar je Aktie. Darin enthalten war eine Rückerstattung unrechtmäßig erhobener US-Einfuhrzölle. Vor 50 Jahren wurde Apple gegründet. Das Unternehmen hat zwei Männer sehr reich gemacht und kostete den dritten Gründer Milliarden. Die Geschichte eines sagenhaften Aufstiegs – in Bildern der wichtigsten Erfolge und Flops .