Datum27.11.2025 16:17
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer mutmaßliche Operationsleiter der Nord-Stream-Anschläge 2022, der Ukrainer Serhij K., wurde nach mehr als drei Monaten Untersuchungshaft in Italien an Deutschland ausgeliefert. Er wurde in einem Hochsicherheitsgefängnis festgehalten und versuchte mehrfach, seine Auslieferung zu verhindern. Der 49-Jährige wird beschuldigt, Sprengstoffexplosionen verursacht und eine Gruppe von Verdächtigen koordiniert zu haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm verfassungsfeindliche Sabotage vor. Bisher wurden keine weiteren Beteiligten zur Rechenschaft gezogen.
InhaltEr soll die Operation zur Sprengung an Pipelines in der Ostsee geleitet haben. Serhij K. wurde in Italien verhaftet, nach juristischem Hin und Her ist er nun ausgeliefert und nach Karlsruhe geflogen worden. Nach mehr als drei Monaten Untersuchungshaft hat Italien den mutmaßlichen Operationsleiter der Anschläge auf die Nord-Stream-Gasleitungen 2022 in der Ostsee an Deutschland ausgeliefert. Der 49 Jahre alte Ukrainer wurde von den italienischen Behörden der deutschen Polizei überstellt. Das bestätigte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Die Anschläge hatten vor drei Jahren weltweit Schlagzeilen gemacht . Der Ukrainer Serhij K. verbrachte die meiste Zeit seiner Untersuchungshaft in einem Hochsicherheitsgefängnis in Ferrara im Norden Italiens. Mit Beschwerden vor der italienischen Justiz versuchte er mehrfach, seine Auslieferung zu verhindern. Zwischenzeitlich war er auch im Hungerstreik. Vergangene Woche gab Italiens oberstes Gericht jedoch die endgültige Erlaubnis. Der Verdächtige wurde mit einem Hubschrauber in Begleitung deutscher Beamter nach Deutschland gebracht. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft soll er nun dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt werden, der ihm voraussichtlich den Haftbefehl eröffnen wird. Dem Ukrainer soll dann auch in Deutschland der Prozess gemacht werden. Für die Anschläge wurde bislang niemand zur Rechenschaft gezogen. Mit Ausnahme von K. sind alle möglichen Beteiligten auf freiem Fuß. Der Ukrainer wurde im August an der italienischen Adria-Küste gefasst, wo er mit seiner Familie den Sommerurlaub verbrachte. Offensichtlich hatte er nicht damit gerechnet, dass er dort verhaftet werden könnte. Zuvor soll er schon mehrfach in andere europäische Länder gereist sein, ohne dass ihm etwas geschah. Die Bundesanwaltschaft wirft K. das gemeinschaftliche Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und verfassungsfeindliche Sabotage vor. Er soll ein Team aus sieben Verdächtigen koordiniert haben, das im September 2022 Sprengsätze an den Gaspipelines in der Ostsee platzierte. Mehrere Sprengungen beschädigten die beiden Pipelines. Russland hatte wenige Monate zuvor seinen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine begonnen. Nach SPIEGEL-Informationen ist der Ukrainer ein Ex-Agent des Geheimdienstes SBU. Er besaß offenbar Pässe mit verschiedenen Identitäten. Was über Serhij K. bekannt ist, lesen Sie hier .