Wetter: Deutscher Wetterdienst misst (vorläufig) Temperaturrekorde in drei Bundesländern

Datum30.07.2026 21:42

Quellewww.spiegel.de

TLDRExtreme Hitze hat in drei deutschen Bundesländern neue Juli-Temperaturrekorde gebracht. Gleichzeitig erreichen Rhein und Donau historische Tiefstände. Die niedrigen Wasserpegel beeinträchtigen die Binnenschifffahrt und die Stromerzeugung. Diese Wetterextreme sind Teil eines europäischen Hitzetrends, der laut Experten ein neues Normal darstellt.

InhaltIn drei Bundesländern ist das Thermometer so hoch wie nie zuvor im Juli gestiegen, die Pegelstände in Rhein und Donau erreichen historische Tiefstände. 40,5 Grad in Bernburg an der Saale, 40,4 Grad in Kitzingen, 40,2 Grad in Ohlsbach: Die Hitzewelle hat laut den vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienst (DWD) in Sachsen-Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg für einen neuen Hitzerekord im Juli gesorgt. Die 40-Grad-Grenze wurde auch in Frankfurt am Main und Bad Nauheim in Hessen erreicht sowie im baden-württembergischen Rheinfelden. Lesen Sie mehr über die neuesten Entwicklungen, Hintergründe und spannenden Lösungsansätze in unserem Themenspezial. Der bundesweite Hitzerekord liegt bei 41,8 Grad und wurde bei der Hitzewelle Ende Juni in Drewitz, Sachsen-Anhalt, gemessen. Bei der Hitzewelle vor wenigen Wochen wurde laut DWD an 467 von 488 Wetterstationen Allzeit- oder Monatsrekorde bei der Höchsttemperatur registriert. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind in diesem Jahr bereits fast 10.000 Menschen in Deutschland wegen hoher Temperaturen gestorben. Das Wetter sorgt auch für historisch niedrige Pegelstände des Rheins und der Donau. Am wichtigen ​Nadelöhr Kaub in Rheinland-Pfalz lag der Pegelstand des Rheins am Donnerstag nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) bei 29 Zentimetern. ‌Bis Montag könnte der Wert auf 26 Zentimeter fallen, teilte die Behörde mit. Damit bliebe der Pegel jedoch knapp über dem bisherigen Rekordtief von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018. Das niederländische Wasser- und Infrastrukturministerium teilte mit, am Messpunkt Lobith westlich von Emmerich in Nordrhein-Westfalen sei "noch nie" ein tieferer Wasserstand registriert worden. Das Niedrigwasser zwingt die Binnenschiffer, weniger Fracht zu laden. Aktuell seien die Schiffe nur zu etwa 20 ​Prozent ausgelastet, sagte ‌Roberto Spranzi, Vorstand der Schifffahrtsgenossenschaft DTG, die rund 100 Frachtschiffe betreibt. Um die üblichen Frachtmengen zu transportieren, würden aktuell vier- bis fünfmal so viele Schiffe benötigt. Das treibt die Transportkosten nach oben. Der niedrige Pegelstand der Donau sorgt für Probleme bei Stromerzeugernm in Ungarn, Rumänien und Österreich. In Ungarn und in Rumänien wurden die Kernkraftwerke heruntergefahren. Früher, länger, wärmer: Europa leidet immer öfter unter sengender Hitze. Grafiken zeigen den Beginn eines neuen Normal. Warum Europa in einem neuen Hitzezeitalter angekommen ist, lesen Sie hier .