Lebensmittel: Mansoori zu Edeka und Tegut: Bund muss sich positionieren

Datum30.07.2026 19:58

Quellewww.zeit.de

TLDRHessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori kritisiert die vorläufige Einschätzung des Bundeskartellamts zur Edeka-Übernahme von Tegut-Filialen. Er fordert, dass Arbeitsplätze und die Bedeutung der Filialen für die Nahversorgung, besonders im ländlichen Raum, stärker berücksichtigt werden. Mansoori betont, dass die Bundesregierung eine Position beziehen müsse, da Ministerentscheidungen möglich seien. Das Kartellamt hat Bedenken, dass die Übernahme von rund 200 Tegut-Filialen durch Edeka den Wettbewerb in einigen Regionen beeinträchtigen könnte.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Lebensmittel“. Lesen Sie jetzt „Mansoori zu Edeka und Tegut: Bund muss sich positionieren“. Der hessische Wirtschaftsminister und Vizeregierungschef Kaweh Mansoori sieht die vorläufige Einschätzung des Bundeskartellamts zur Edeka-Übernahme von Tegut-Filialen kritisch. Das Bundeskartellamt entscheide unabhängig, aber gleichzeitig müsse der politische Umgang mit Nahversorgern lebensnah sein, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn Filialen im ländlichen Raum schließen, verlieren viele Menschen ihren Arbeitsplatz und die Bevölkerung teils ihren einzigen Nahversorger. Dann verkommt das Kartellrecht zu lebensfremder Theorie." Eine Forderung richtet er nach Berlin: "Die Arbeitsplätze und die Bedeutung der Filialen für die Nahversorgung der Menschen müssen berücksichtigt werden", sagt Mansoori. "Die Bundesregierung muss sich positionieren, aus gutem Grund ist eine Ministerentscheidung möglich." Der Lebensmittelhändler Edeka darf voraussichtlich nicht so viele Filialen der Supermarktkette Tegut übernehmen wie geplant. Nach vorläufiger Einschätzung des Bundeskartellamts könnte der Wettbewerb beeinträchtigt werden, weil Edeka in einigen Regionen eine zu starke Marktstellung bekäme. Das teilte ein Sprecher der Behörde auf Nachfrage mit. Migros hatte im März angekündigt, Tegut verkaufen zu wollen. Auch die Marke soll aufgegeben werden. Rund 200 Supermärkte der Kette will Edeka übernehmen. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Bei 38 der Filialen hat die Behörde allerdings Bedenken, dass der Marktanteil von Edeka dort nach einem Erwerb zu hoch wäre. Die Übernahme könne deshalb nicht in der geplanten Form genehmigt werden, sagte der Kartellamtssprecher. © dpa-infocom, dpa:260730-930-463100/1