Polizei geht gegen Passfälscher vor

Datum27.11.2025 15:37

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Polizei hat einen 36-jährigen Deutschen festgenommen, der falsche Ausweise für bis zu 550 Euro verkauft haben soll. Er nutzte die Identität von Leonardo DiCaprio und bot seine Dienste auf der Plattform crimemarket.is an. Mit seinen gefälschten Dokumenten eröffneten Kriminelle Bankkonten, um illegal Geld zu verschieben. Bei Durchsuchungen wurden zahlreiche Ausstattungen zur Herstellung von Ausweisen sowie Daten der Kunden sichergestellt. Dem Mann wird gewerbsmäßige Urkundenfälschung in mindestens 50 Fällen vorgeworfen. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

InhaltBis zu 550 Euro soll ein 36-jähriger Deutscher für falsche Ausweise verlangt haben, mit denen Kriminelle Bankkonten eröffnet haben sollen. Als Werbefigur wählte er einen Hollywoodstar. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Der Ausweis sieht täuschend echt aus, aber es wird schnell klar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht: Es handelt sich um ein tschechisches Dokument, doch als Name ist Leonardo DiCaprio angegeben. Daneben prangt das Foto des Hollywoodstars. Mit dieser offensichtlichen Fälschung soll ein 36-jähriger Deutscher über Jahre im Internet seine Dienste als Passfälscher angeboten haben. Die Polizei nahm den Verdächtigen nun im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt fest. Auch gegen neun mutmaßliche Kunden gingen die Ermittler vor. Der Mann soll auf dem Marktplatz crimemarket.is tätig gewesen sein, wo auch Drogen und Anleitungen für schwere Straftaten gehandelt wurden. Bereits Anfang 2024 hatte die Polizei die Plattform aus dem Netz genommen. Die Ermittler konnten von dort aus Spuren verfolgen, die sie zu dem jetzt Beschuldigten führten. Ein gefälschter Ausweis soll bis zu 550 Euro gekostet haben, bezahlt worden sei in Kryptowährung, teilen die Behörden mit. Personalien und Lichtbilder seien frei wählbar gewesen. Mit den Ausweisdokumenten hätten Kriminelle Bankkonten eröffnet, um illegale Gelder beiseitezuschaffen. Bei den Durchsuchungen seien sogenannte Blanko-ldentkarten entdeckt worden, also Karten, aus denen Ausweise hergestellt werden. Die Ermittler fanden auch Gravur-Maschinen, Stempel sowie gefälschte Folienelemente. "Zudem wurden umfangreiche Nutzerdaten gesichert, die wertvolle Ermittlungsansätze zur weiteren Identifizierung der Kunden des Beschuldigten darstellen", teilen die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle (Saale) mit. Dem 36-Jährigen wird gewerbsmäßige Urkundenfälschung in mindestens 50 Fällen vorgeworfen. Er wurde den Angaben zufolge im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Als mutmaßlichen Tatertrag nahmen die Ermittler ein Motorrad der Marke Harley-Davidson in Verwahrung. Bei neun mutmaßlichen Kunden gab es Durchsuchungen. Diese erfolgten den Angaben zufolge zeitgleich in sieben Bundesländern: Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Rund 300 Kräfte der Bundespolizei seien im Einsatz gewesen.