Datum30.07.2026 11:40
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Artikel beschreibt die finale Etappe des Transports der neuen Sternbrücke in Hamburg. Das 3.700 Tonnen schwere Bauwerk wird auf selbstfahrenden Modultransportern über die Max-Brauer-Allee zum endgültigen Bestimmungsort bewegt. Nach der Wiedereröffnung Ende August wird die Brücke eine zentrale Rolle für den Bahnverkehr und die Infrastruktur Hamburgs spielen. Die alte Brücke war nicht mehr reparabel, die neue soll als Wahrzeichen für die nächsten 100 Jahre dienen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Neue Sternbrücke“. Lesen Sie jetzt „Hamburgs Brückenkoloss auf der finalen Etappe“. Die neue Sternbrücke ist auf das letzte Teilstück ihrer Reise im Herzen Hamburgs gegangen. Am Vormittag wurde der 3.700-Tonnen-Koloss auf der Max-Brauer-Allee auf die finalen etwa 500 Meter bis zu seinem endgültigen Bestimmungsort gebracht. Am Nachmittag soll das 108 Meter lange und 21 Meter breite Bauwerk ankommen. In den Abendstunden und der Nacht ist dann der Einhub geplant. Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) bezeichnete die neue Bahnüberführung im Bezirk Altona als "einen zentralen Punkt im europäischen Bahnnetz und auch in unserer Stadt". Er nannte die Projektarbeit ein "Koordinierungsleistung der Extraklasse". Nach der für Ende August vorgesehenen Wiedereröffnung werden pro Tag etwa 1.000 Züge auf der sogenannten Verbindungsbahn unterwegs sein. Laut Tjarks sind täglich etwa 90.000 Menschen in den Zügen unterwegs. Dazu kämen etwa 23.000 Pkw und gut 5.000 Radfahrer, die unter der Brücke fahren. Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand der Bahn-Tochter InfraGo, sagte: "Die Sternbrücke ist mehr als ein Bauwerk." Sie stehe für eine "bessere Infrastruktur" mitten im Leben der Hamburgerinnen und Hamburger. Sie leiste einen Beitrag dafür, dass mehr Menschen zuverlässig auf der Schiene unterwegs sein könnten. Bewegt wird der Stahlkoloss auf 48 sogenannten SPMT - die Abkürzung steht für Self-Propelled Modular Transporter (selbstfahrender Modultransporter). Auf insgesamt 1.088 Rädern, die um 360 Grad drehbar sind, erfolgt der Vorschub auf der Max-Brauer-Allee. Die Straße wurde dafür durchschnittlich um etwa 60 Zentimeter aufgeschüttet und mit Stahlplatten verstärkt. Entlang des Weges wurden Laternen abgesägt, das Vordach einer Tankstelle gekappt und 86 Bäume gefällt. Die maximale Geschwindigkeit des Transports beträgt einen Kilometer pro Stunde. Schon am Mittwoch war die Brücke etwa 50 Meter seitwärts versetzt und auf die Einbauhöhe von sechs Metern über dem Straßenniveau angehoben worden. Das etwa 100 Jahre alte Vorgänger-Modell nannte Anjes Tjarks "eine tolle Brücke, die aber nicht mehr reparabel war". Die neue Sternbrücke sei eine "Landmark für das Schanzenviertel für die nächsten 100 Jahre". Das Bauwerk habe die Chance, ein Wahrzeichen für die Hansestadt zu werden, so der Verkehrssenator weiter. An dem Neubau hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Kritik gegeben. So verloren unter anderem Musikclubs, die unter dem alten Bauwerk untergebracht waren, ihre Heimat. Laut Tjarks könne die Brücke nach der Wiederherstellung der Max-Brauer-Allee wieder zu einem Kulturraum werden. Dafür solle auch eine besondere Beleuchtung sorgen. Tjarks: "Bis dahin ist es noch ein Weg, aber wir sind dabei." © dpa-infocom, dpa:260730-930-460048/1