Pflegekräfte aus dem Ausland: Ausländische Fachkräfte unerlässlich für Pflegebranche

Datum30.07.2026 11:21

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Thüringer Pflegebranche ist zunehmend auf ausländische Fachkräfte angewiesen, um den wachsenden Personalbedarf zu decken. Ende 2023 arbeiteten über 4.330 ausländische Pflegekräfte im Freistaat, davon mehr als 1.240 aus Nicht-EU-Ländern, insbesondere Vietnam, den Philippinen und Indien. Dieser Zuwachs ist essenziell, um dem demografisch bedingten Mangel an deutschen Arbeitskräften und interner Zuwanderung entgegenzuwirken. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz erleichtert die Anwerbung, doch eine Willkommenskultur ist zusätzlich nötig.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Pflegekräfte aus dem Ausland“. Lesen Sie jetzt „Ausländische Fachkräfte unerlässlich für Pflegebranche“. Knapp 29 Prozent der ausländischen Pflegekräfte in Thüringen stammen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union. Ende vergangenen Jahres arbeiteten mehr als 4.330 ausländische Beschäftigte sozialversicherungspflichtig in Pflegeberufen im Freistaat, wie die für Thüringen zuständige Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit berichtete. Davon kamen mehr als 1.240 aus dem außereuropäischen Ausland. Die meisten davon stammten aus Vietnam (337), den Philippinen (164) und Indien (152). Im Vergleich zum Jahr 2020 hat sich damit den Angaben nach die Zahl der ausländischen Pflegekräfte aus Drittstaaten um 870 erhöht. Gerade in der Pflege sei die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland ein zentraler Baustein, um die Versorgung langfristig zu sichern, betonte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens. Ohne die Unterstützung ausländischer Beschäftigter würde die Pflegebranche vor größeren personellen Engpässen stehen. Hintergrund ist der seit 2017 demografisch bedingte Rückgang bei deutschen Beschäftigten sowie ein wachsender Fachkräftemangel, der sich durch Zuwanderung aus anderen EU-Ländern allein nicht mehr ausgleichen lässt. Da auch andere EU-Länder vom demografischen Wandel betroffen seien, gewinne die gezielte Anwerbung aus dem weiteren Ausland an Bedeutung, hieß es. "Die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland ist ein entscheidender Hebel gegen den zunehmenden Fachkräftemangel" erklärte Behrens. Damit Thüringen als Arbeitsort attraktiv bleibe, brauche es eine gelebte Willkommenskultur in den Betrieben. Das 2020 in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat laut Behrens die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um den Zuzug von Fachkräften zu erleichtern. Nun müssten alle Beteiligten in Thüringen an einem Strang ziehen, um die Verfahren so schlank wie möglich zu gestalten. Insgesamt waren Ende vergangenen Jahres in Thüringen 82.398 Ausländer sozialversicherungspflichtig beschäftigt - mehr als die Hälfte davon aus Ländern außerhalb der EU. Zwischen 2020 und 2025 hat sich deren Zahl von 21.164 auf 46.422 mehr als verdoppelt, ein Anstieg von 119 Prozent. © dpa-infocom, dpa:260730-930-459917/1