Rückkehr in die Gewinnzone: Wacker Chemie erhöht Prognose - schwarze Zahlen realistisch

Datum30.07.2026 09:55

Quellewww.zeit.de

TLDRWacker Chemie rechnet 2025 mit schwarzen Zahlen, primär durch den Verkauf eines Siltronic-Aktienpakets und reduzierte Pensionslasten. Der Nettogewinn im ersten Halbjahr beträgt 365 Millionen Euro. Trotz Sondereffekten bleibt das Kerngeschäft schwierig mit schwacher Nachfrage. Um Verluste aus 2025 auszugleichen, leitet Wacker Einsparungen und Stellenabbau ein. Die Prognose für das operative Ergebnis wurde angehoben.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Rückkehr in die Gewinnzone“. Lesen Sie jetzt „Wacker Chemie erhöht Prognose - schwarze Zahlen realistisch“. Der 2025 in eine tiefe Krise gerutschte Chemiekonzern Wacker kann in diesem Jahr dank Aktienverkäufen und niedrigerer Pensionslasten voraussichtlich wieder schwarze Zahlen schreiben. Im ersten Halbjahr verbuchte das Unternehmen einen Nettogewinn von 365 Millionen Euro, wie Wacker mitteilte - in der ersten Jahreshälfte 2025 war das Ergebnis negativ gewesen.  Die Rückkehr in die Gewinnzone lag jedoch nicht daran, dass die Geschäfte nun plötzlich wieder glänzend liefen: Im Mai hatte Wacker Chemie für 188 Millionen Euro ein großes Aktienpaket des Wafer-Herstellers Siltronic verkauft. Außerdem reduzierte der Konzern seine Pensionsrückstellungen um knapp 37 Millionen Euro und profitierte von Preiserhöhungen sowie einem Sparprogramm. Dank der Sondereffekte ist laut Vorstand ein positives Jahresergebnis nun realistisch. Wacker war 2025 mit einem Nettoverlust von 805 Millionen Euro tief in die roten Zahlen gerutscht. Nunmehr erhöhte das Unternehmen seine Prognose: Der Vorstand stellt für dieses Jahr ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 625 Millionen bis 750 Millionen Euro in Aussicht, deutlich mehr als die ursprüngliche Erwartung von 550 bis 700 Millionen. Wacker Chemie ist nach Firmenangaben führender Hersteller hochreinen Polysiliziums, dem Grundmaterial für Computerchips. Weitere Geschäftsbereiche sind Silikone, aus denen unter anderem Harze und Öle hergestellt werden können, sowie Polymere für die Herstellung von Lacken oder Klebstoffen.  Das eigentliche Geschäft des Konzerns bleibt schwierig. Der Umsatz stieg im Vergleich zur ersten Hälfte des vergangenen Jahres leicht von knapp unter auf knapp über 2,9 Milliarden Euro. Die Nachfrage aus vielen Abnehmerbranchen wie der Automobil- oder Bauindustrie sei weiter schwach, sagte Vorstandschef Christian Hartel. "Auf der Nachfrageseite sehen wir aktuell keine Trendwende." Wegen der hohen Verluste im vergangenen Jahr hatte der Vorstand umfangreiche Einsparungen mitsamt dem Abbau von 1.500 Stellen in die Wege geleitet. Das Programm zeigt nach Hartels Worten bereits Ergebnisse, Ziel sind 300 Millionen Euro Kostensenkung im Jahr. Zum Stichtag 30. Juni arbeiteten weltweit 16.084 Menschen für den Konzern, 640 weniger als ein Jahr zuvor. © dpa-infocom, dpa:260730-930-459191/1