Erdüberlastungstag: Die Menschheit hat die Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht

Datum30.07.2026 08:01

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Erdüberlastungstag fiel dieses Jahr auf den 1. August. Ab diesem Datum verbraucht die Menschheit mehr Ressourcen als die Erde jährlich erneuern kann, einschließlich mehr CO₂-Ausstoß als aufgenommen wird. Weltweit bräuchten wir 1,73 Erden für nachhaltigen Konsum. Deutschland erreichte seinen Überlastungstag bereits am 10. Mai. Lösungen liegen primär im CO₂-Verbrauch, gefolgt von erneuerbaren Energien und reduzierten Konsum.

InhaltDer heutige Donnerstag ist der sogenannte Erdüberlastungstag. Bis Jahresende verbraucht die Menschheit Ressourcen, die nicht ausreichend schnell erneuert werden können. An diesem Donnerstag und damit noch vor Ende des siebten Jahresmonats braucht die Menschheit die Menge an Ressourcen auf, welche die Erde binnen eines Jahres erneuern kann. Ab diesem Datum, dem sogenannten Erdüberlastungstag, lebt die Menschheit damit hinsichtlich ihres Rohstoffverbrauchs über ihre Verhältnisse: Es werden mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wald, als rechnerisch zur Verfügung stehen, beansprucht. Auch stößt die Menschheit von heute an bis Jahresende mehr CO₂ aus als Wälder und Ozeane innerhalb eines Jahres aufnehmen können. Die Organisation Global Footprint Network berechnet das Datum jährlich aufs neue. Im vergangenen Jahr fiel der Erdüberlastungstag auf den 24. Juli. Die Verschiebung um knapp eine Woche in diesem Jahr geht allerdings nicht auf eine nachhaltigere Lebensweise im Vergleich zu 2025 zurück, sondern überwiegend auf aktualisierte Daten, teilte die Weltumweltorganisation WWF mit.  Im langjährigen Trend wird der Erdüberlastungstag immer früher erreicht. So war er etwa 1996 auf den 11. Oktober gefallen, die Menschheit hatte damals knapp ein Drittel mehr Ressourcen verbraucht, als die Erde pro Jahr nachhaltig zur Verfügung stellt. 2006 war es bereits der 28. August, der Ressourcenverbrauch war mehr als 50 Prozent über der Nachhaltigkeitsschwelle; 2016 waren es mehr als 60 Prozent mit dem Erdüberlastungstag am 14. August.  In diesem Jahr würde die Menschheit für einen nachhaltigen Verbrauch 1,73 Erden benötigen. Das letzte Jahr, in dem dieser Wert bei eins lag und der Erdüberlastungstag somit auf den letzten Tag des Jahres fiel, war nach Angaben des Global Foot Print Network 1972.  Die Zahlen bilden den weltweiten Verbrauch ab, je nach Land fällt der Überlastungstag unterschiedlich aus. Für Deutschland entfiel er in diesem Jahr etwa auf den 10. Mai, da der Ressourcenverbrauch pro Kopf hier höher ist als im weltweiten Durchschnitt.  Würden alle Menschen weltweit so viel verbrauchen wie die Menschen in Deutschland, wären also mehr als doppelt so viele Ressourcen nötig, wie die Erde pro Jahr regenerieren kann. Das Land mit dem höchsten Ressourcenverbrauch ist demnach Katar: Dort sei der Überlastungstag in diesem Jahr bereits am 4. Februar erreicht worden. In Honduras fällt der Tag demnach auf den 27. November. "Der globale Erdüberlastungstag ist eine deutliche Mahnung: Ab heute leben wir auf Pump", sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) der Rheinischen Post. Mit den weltweit zur Verfügung stehenden Ressourcen gingen die Menschen "viel zu fahrlässig um".   Den größten Hebel für Lösungen sieht das Global Footprint Network beim Verbrauch von CO₂. Eine Erhöhung des CO₂-Preises in ausreichenden Umfang würde den Erdüberlastungstag nach Schätzung der Organisation um mehr als zwei Monate nach hinten verschieben.  Kämen 75 Prozent des Stroms aus CO₂-armen-Quellen, wären weitere 26 Tage gewonnen. Derzeit liegt der Anteil bei 39 Prozent. Eine Verringerung von Autofahrten um 50 Prozent brächte 13 Tage, eine Halbierung des Fleischkonsums 17 Tage. Kaum ins Gewicht fiele hingegen, wenn es nur noch halb so viele touristische Flugreisen gäbe: Das entspräche demnach lediglich den Ressourcen eines Tages.