Internetaktion mit Folgen: Singapur: Franzose wegen Trinkhalm-Streichs verurteilt

Datum30.07.2026 05:13

Quellewww.zeit.de

TLDREin französischer Student wurde in Singapur wegen einer Internetaktion zu einer Geldstrafe von 600 Singapur-Dollar verurteilt. Er hatte einen Trinkhalm abgeleckt und zurückgesteckt, was er filmte und auf Instagram veröffentlichte. Dies störte die öffentliche Ordnung und führte zum Austausch aller 500 Trinkhalme des Automaten. Der Student bekannte sich schuldig und erhielt eine Geldstrafe anstelle einer Gefängnisstrafe. Singapur ist bekannt für seine strengen Gesetze und hohen Sauberkeitsstandards.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Internetaktion mit Folgen“. Lesen Sie jetzt „Singapur: Franzose wegen Trinkhalm-Streichs verurteilt“. Ein Internetstreich mit einem abgeleckten Trinkhalm ist einem französischen Studenten in Singapur teuer zu stehen gekommen. Ein Gericht verurteilte den 19-Jährigen zu einer Geldstrafe von 600 Singapur-Dollar (etwa 400 Euro), nachdem er sich schuldig bekannt hatte, durch seine Aktion die öffentliche Ordnung gestört zu haben, wie die Zeitung "Straits Times" unter Berufung auf die Justiz berichtete.  Jedoch kam der Angeklagte noch glimpflich davon - ihm hatte sogar eine Gefängnisstrafe gedroht. Unklar ist derweil noch, ob ihm auch der Aufenthaltstitel entzogen wird. Der Franzose besitzt einen Studentenpass und studiert an der ESSEC Business School in Singapur.  Der Student hatte im März an einem Automaten für frisch gepressten Orangensaft zunächst einen Trinkhalm aus dem Spender gezogen, diesen abgeleckt und ihn anschließend wieder zurückgesteckt. Die Szene filmte er für eine Instagram-Story. Ein Mitarbeiter des Saftautomatenbetreibers sah das viral gegangene Video und wandte sich an die Polizei. Daraufhin mussten sämtliche 500 Trinkhalme des Automaten ausgetauscht werden. Der entstandene Schaden belief sich den Gerichtsunterlagen zufolge zwar nur auf fünf Singapur-Dollar (rund 3,30 Euro) - jedoch sorgte der Fall landesweit für Aufsehen. Wegen Störung der öffentlichen Ordnung drohten dem Franzosen bei einem Schuldspruch eine mehrmonatige Gefängnis- oder eine Geldstrafe - oder beides. Jedoch hatte er sich vor Gericht reumütig gezeigt: Sein Anwalt erklärte, seinem Mandanten sei inzwischen bewusst geworden, dass eine vermeintlich harmlose und spielerische Aktion weitreichende Folgen haben könne. Der wohlhabende Stadtstaat Singapur ist für seine strengen Gesetze und deren konsequente Durchsetzung bekannt. Hohe Sauberkeitsstandards und strikte Regeln im öffentlichen Raum gehören seit Jahrzehnten zum Markenzeichen des Landes. So ist etwa auch die Einfuhr von Kaugummi weitgehend verboten, um Verschmutzung und Vandalismus zu verhindern. © dpa-infocom, dpa:260730-930-458171/1