Datum30.07.2026 00:35
Quellewww.spiegel.de
TLDRBeim Verlegen von Seekabeln auf Norderney stießen Bauarbeiter auf ein etwa 300 Jahre altes niederländisches Holzschiffswrack aus dem 17./18. Jahrhundert. Der Fund ist archäologisch bedeutsam, da nur wenige Wracks dieser Zeit an der niedersächsischen Küste dokumentiert sind. Teile des geschätzten 15 Meter langen Schiffes wurden geborgen, weitere sollen im Boden verbleiben.
InhaltEigentlich sollten sie Seekabel verlegen – doch dieser Tag endete für Arbeiter auf Norderney mit einem unerwarteten Fund: Auf der Nordseeinsel stießen sie auf die Überreste eines niederländischen Holzschiffs. Historisches Strandgut statt moderner Technik: Beim Verlegen von Seekabeln haben Bauarbeiter am Strand von Norderney ein rund 300 Jahre altes Schiffswrack entdeckt. Das niederländische Holzschiff stammt wohl aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, wie der Netzbetreiber Amprion mitteilte. Das Wrack wurde bei Arbeiten für ein Offshore-Projekt in der Nordsee gefunden, die dann vorübergehend unterbrochen worden. "Dieser Fund ist besonders spannend, weil an der Küste Niedersachsens bislang nur wenige Wracks aus dieser Zeit gefunden und dokumentiert wurden", erklärt Sonja König, Leiterin des Archäologischen Dienstes der Ostfriesischen Landschaft. Archäologen wollen den Fund genauer untersuchen. Sie vermuten, dass das Schiff etwa 15 Meter lang und 5 Meter breit war. Die Teile des Wracks, die sich an der Oberfläche befanden, wurden bereits geborgen und abtransportiert, wie ein Unternehmenssprecher am Abend auf Anfrage mitteilte. Im Boden werden weitere Teile vermutet, die dort liegen bleiben sollen. Funde dieser Art kommen an den deutschen Küsten vereinzelt vor. Im Januar 2025 hatten starke Stürme auf Sylt Teile eines alten Schiffs freigelegt. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen einer Archäologin – die auf Fotos basieren – stammen die Schiffsfragmente vermutlich aus dem 19. Jahrhundert. Darauf wiesen unter anderem die verarbeiteten Kupferbolzen hin. Knapp eine Woche später allerdings holte sich die Nordsee das Wrack zurück. Der genaue Fundort war von den ersten Entdeckern nicht markiert worden. Das Meer deckte die Wrackteile dann mit einer Sandschicht gründlich zu. Für den gesamten Bereich des Nordfriesischen Wattenmeeres liegen für den Zeitraum vom 17. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts knapp 900 Strandungsberichte vor. Strandungen waren so häufig, dass sich die Bergung von Wracks und die Rettung Schiffbrüchiger zu einem eigenen Wirtschaftszweig entwickelte.