Fifa-Investorenpläne: Uefa beruft Krisensitzung zu Fifa-Plänen ein

Datum29.07.2026 20:05

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Europäische Fußball-Union (Uefa) beruft angesichts der neuen Investorenpläne der Fifa eine Krisensitzung ein. Dabei könnten die 55 Mitgliedsverbände auch einen WM-Boykott diskutieren. Die Uefa kritisiert die Pläne der Fifa scharf, kommerzielle Anteile an Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen, da dies Intransparenz fördere und die Integrität des Fußballs gefährde. Die Fifa plant die Gründung eines Unternehmens, um kommerzielle Aktivitäten zu bündeln und Minderheitsbeteiligungen anzubieten.

InhaltAngesichts der Investorenpläne der Fifa wollen die Uefa-Mitgliedsverbände über das weitere Vorgehen beraten. Berichten zufolge ist auch ein WM-Boykott im Gespräch. Die europäische Fußballunion (Uefa) hat angesichts der Investorenpläne des Weltfußballverbands (Fifa) alle europäischen Mitgliedsverbände zu einer Krisensitzung zusammengerufen. Die Sitzung werde am Donnerstagnachmittag stattfinden, teilte der norwegische Fußballverband dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender NRK mit. Dann sollen die Spitzen der 55 Landesverbände über das weitere Vorgehen beraten. Berichten von Sky, ESPN und Bloomberg zufolge könnte bei der Sitzung auch über einen möglichen WM-Boykott gesprochen werden. Norwegens Verbandspräsidentin Lise Klaveness kritisierte das Vorhaben der Fifa deutlich. "Wir sind zutiefst besorgt über die Entwicklung in der Fifa", sagte Klaveness. "Wir stellen uns hinter die Erklärung der Uefa in dieser Angelegenheit." Die Entwicklungen der letzten Tage könnten nicht isoliert verstanden werden. "Wir haben über längere Zeit, in vielen verschiedenen Angelegenheiten, sowohl intern als auch extern, Besorgnis über zunehmend mangelhaft gewordene Prozesse in der Fifa-Führung zum Ausdruck gebracht." Dazu gehörten "fehlende Transparenz" sowie "die notwendige Armlänge zu Staatschefs und externen Interessenten, die Entwicklungen des Fußballs beeinflussen wollen". Nicht einmal zwei Wochen nach dem WM-Finale war bekannt geworden, dass Fifa-Präsident Gianni Infantino plant, künftig Anteile an Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen. Geplant ist Berichten von Times, der Telegraph und die Financial Times zufolge die Gründung des "FIFA Forward Enterprise" (FFE), das alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln soll. Die Mehrheit dieses Unternehmens soll bei der Fifa bleiben, während "sorgfältig ausgewählte" Investoren Minderheitsbeteiligungen ohne Kontrollrechte erwerben dürfen. Die Fifa bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung. Die Investorengruppe soll der Financial Times zufolge von Thrive Capital angeführt werden. Der Investmentgesellschaft steht Joshua Kushner vor, der Bruder von Jared Kushner, der wiederum der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump ist. Die Mehrheit der Mitgliedsverbände und das Council, in dem auch DFB-Chef Bernd Neuendorf sitzt, müssen den Plänen zustimmen. Die Uefa hatte bereits zuvor davon gesprochen, dass eine "Grenze überschritten" werde. "Die Uefa nimmt diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollten auch alle nationalen Fußballverbände tun", teilte der Verband mit. "Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Vermögenswerte, mit denen gehandelt werden darf – insbesondere dann nicht, wenn völlig intransparent ist, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns besitzt den Fußball. Es ist nicht an der Fifa, ihn zu verkaufen."