Datum29.07.2026 19:48
Quellewww.zeit.de
TLDRDie FIFA hat ein Disziplinarverfahren gegen Argentinien wegen politischer Banner, darunter eines zu den Falklandinseln, und tätlichen Vergehen nach dem WM-Finale eingeleitet. Zusätzlich werden diskriminierende Gesänge, verspätete Anpfiffe und das Werfen von Gegenständen auf das Spielfeld untersucht. Nach einem ähnlichen Banner 2014 wurde Argentinien bereits bestraft. Spieler wie Leandro Paredes sind von den Ermittlungen betroffen.
InhaltDie Fifa ermittelt wegen verschiedener Verstöße gegen Argentiniens Fußballer. Unter anderem geht es um ein Banner zu den Falklandinseln und Tätlichkeiten nach dem Finale. Die Fifa hat ein Disziplinarverfahren gegen den argentinischen Fußballverband (AFA) und dessen Spieler wegen mehrerer mutmaßlicher Regelverstöße bei der Weltmeisterschaft eingeleitet. Bei den Vorwürfen geht es unter anderem um ein Banner, das argentinische Spieler nach dem 2:1 Halbfinalsieg gegen England in Atlanta auf dem Platz hochgehalten haben. Darauf stand: "Las Malvinas son Argentinas" ("Die Falklandinseln sind argentinisch"). Die Regierung der Falklandinseln hatte die Fifa nach dem WM-Halbfinale zum Handeln aufgerufen. "Wir hoffen, dass die Fifa ihr Versprechen einlöst, die Politik aus dem Sport herauszuhalten, und jegliches Verhalten dieser Art gemäß ihrer eigenen Regeln ahndet", hieß es in einer Regierungsmitteilung. Die Fifa sagte, die Nutzung einer Sportveranstaltung für Demonstrationen nicht-sportlicher Art stelle einen möglichen Verstoß gegen die Disziplinarordnung dar. Im Jahr 2014 hatte die FIFA Argentinien wegen eines ähnlichen Transparents, das die Spieler vor einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien hochhielten, mit einer Geldstrafe von 20.000 Pfund (23.346 Euro) belegt. Außerdem forderte die Fifa Stellungnahmen mehrerer Argentinier an, darunter von Leandro Paredes. Nach dem 1:0-Finalsieg Spaniens nach Verlängerung in East Rutherford war es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen, die vor allem von argentinischer Seite ausgegangen waren. Paredes hatte sich nach Spielende zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen. Er griff bei Rangeleien Spaniens Gavi am Leibchen, traf ihn mit der Hand im Gesicht und schubste ihn zu Boden. Zuvor hatte er Eric Garcia geschubst. Gavi ist laut Fifa-Mitteilung der einzige spanische Spieler, gegen den ermittelt wird. Auf argentinischer Seite sind außer Paredes noch Nahuel Molina, Thiago Almada sowie Co-Trainer Roberto Ayala betroffen. Zu den weiteren mutmaßlichen Verstößen Argentiniens bei der WM zählen diskriminierende Gesänge und Gesten, verspätete Anpfiffe, Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften und unangemessene Äußerungen von Mannschaften und Zuschauern. Außerdem sollen Gegenstände von Fans bei mehreren Spielen während des Turniers auf das Spielfeld geworfen wurden. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.