Datum29.07.2026 15:54
Quellewww.zeit.de
TLDRMecklenburg-Vorpommern beteiligt sich an der Entwicklung des ersten Fusionskraftwerks Deutschlands. Zwei Forschungseinrichtungen aus MV, darunter das Max-Planck-Institut in Greifswald, sind Teil von Konsortien, die Bundesförderung erhalten. Die Fusionsenergie, die auf der Verschmelzung von Atomkernen basiert und auch die Energiequelle der Sterne ist, birgt Potenzial für eine saubere Energiequelle der Zukunft. MV investiert seit Jahren in diesen Bereich und bildet auch Fachkräfte aus.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Energiequelle der Sterne“. Lesen Sie jetzt „Ziel Fusionskraftwerk - auch MV an Entwicklung beteiligt“. Mehrere Forschungseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern profitieren von einem Förderprogramm der Bundesregierung mit dem Ziel, das weltweit erste Kernfusionskraftwerk in Deutschland zu bauen. Einrichtungen in Rostock und Greifswald gehören laut Schweriner Wissenschaftsministerium zu Konsortien, die einen entsprechenden Zuschlag erhalten haben. Dazu zählt etwa das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP), das in Greifswald nach eigenen Angaben mit Wendelstein 7-X die größte Fusionsanlage ihrer Bauart betreibt. Ebenso wurde den Angaben zufolge das neue High Density Institut (HEDI) an der Universität Rostock als Partner eines der drei neuen auch Fusionhubs genannten Zentren ausgewählt. Das Bundesforschungsministerium fördert die drei Hubs in einer ersten Runde mit 125 Millionen Euro. Diese Summe soll durch die Bundesländer sowie privaten Investoren aufgestockt werden. Fusionsenergie basiert auf dem Prozess der Verschmelzung (Fusion) von Atomkernen, aus dem die Sonne und andere Sterne ihre Energie beziehen. Befürworter sehen in der Kernfusion eine unerschöpfliche und umweltfreundliche Energiequelle der Zukunft. Für Kritiker handelt es sich um sehr teure Zukunftsmusik. Es gibt unterschiedlich Ansätze für ein angestrebtes Kraftwerk. Bei der Magnetfusion wird das Millionen Grad heiße Plasma, eine Art vierter Aggregatzustand, in dem es zu Fusion kommen kann, mittels starker Magnete gehalten. Bei der Laserfusion soll hingegen Laserenergie die Voraussetzungen für Fusion schaffen. Die Bundesregierung fördert ein Konsortium im Bereich der Magnetfusion, eines im Bereich der Laserfusion und eines, das sich mit Brennstoffkreisläufen und Materialentwicklung befassen soll. Zum Thema Magnetfusion ist laut Schweriner Wissenschaftsministerium das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik IPP mit der eigenen Fusionsanlage beim Hub beteiligt. Im Bereich der Laserfusion profitiert das HEDI von der Förderung, eine Kooperation der Universität Rostock und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HDZR) mit Finanzierung vom Land MV und Sachsen. Zudem bilden die Universitäten Greifswald und Rostock als Partner im Konsortium Fachkräfte aus, so das Ministerium. Von einem "Meilenstein für die Fusionsforschung in Mecklenburg-Vorpommern", sprach Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD). "Für diesen Erfolg hat das Land über viele Jahre in diesen Forschungsbereich investiert - und zwar bereits zu Zeiten, als noch viele diese Technologie belächelt haben." © dpa-infocom, dpa:260729-930-456196/1