Datum29.07.2026 14:12
Quellewww.zeit.de
TLDRRheinmetall verzeichnete im zweiten Quartal ein Umsatzwachstum von 70% und einen Gewinnanstieg von fast 20%. Der Konzern meldet ausstehende Aufträge im Wert von über 80 Milliarden Euro, darunter ein großer Munitionsauftrag der Bundeswehr. Trotz jüngster Rückschläge, wie dem Ausstieg aus dem Fregattenprojekt F-126, hat die Rheinmetall-Aktie zugelegt und ist seit Beginn des Ukraine-Krieges erheblich im Wert gestiegen.
InhaltDer Erlös von Rheinmetall ist im zweiten Quartal um 70 Prozent gestiegen, der Gewinn um fast 20 Prozent. Ausstehende Aufträge haben ein Volumen von 80 Milliarden Euro. Der Rüstungskonzern Rheinmetall blickt auf ein erfolgreiches zweites Jahresquartal zurück. Die Erlöse sein zwischen April und Juni um 69 Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Der Betriebsgewinn steigerte sich demnach auf 562 Millionen Euro. Das Ergebnis sei damit deutlich besser als von Analysten erwartet worden ist, so liege das operative Ergebnis 20 Prozent über der Markterwartung von knapp 470 Millionen Euro. Der Bestand an ausstehenden Aufträgen ist demnach ebenfalls deutlich gestiegen und liege inzwischen über der Schwelle von 80 Milliarden Euro. Dazu hätten ein milliardenschwerer Munitionsauftrag der Bundeswehr sowie ein Paket an Aufträgen aus Rumänien mit einem Gesamtwert von 5,7 Milliarden Euro beigetragen. Die Rheinmetall-Aktie verbesserte sich angesichts der Mitteilung schlagartig um 5,5 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von fast 53 Milliarden Euro verpasst der Konzern aktuell nur knapp die Liste der zehn wertvollsten deutschen Aktiengesellschaften. Zugleich steht das Unternehmen an der Börse deutlich schlechter da als um den Jahreswechsel, als die Rheinmetall-Aktie mit knapp 2.000 Euro fast doppelt so hoch bewertet wurde wie derzeit. Dennoch ist die Aktie des Konzerns nach wie vor mehr als zehnmal so teuer wie vor Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine. Zuletzt hatte Rheinmetall allerdings einen Rückschlag erlitten, weil der Bund aus dem Fregattenprojekt F-126 ausstieg. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) begründete den Ausstieg mit milliardenschweren Zusatzkosten und Verzögerungen. Stattdessen plant der Bund den Kauf von Fregatten eines anderen Typs vom Unternehmen TKMS, einer Tochter des mit Rheinmetall konkurrierenden Thyssenkrupp-Konzerns.