Datum29.07.2026 11:09
Quellewww.zeit.de
TLDRIn der Justizvollzugsanstalt Willich 1 wurden zwei Vollzugsbeamte wegen Verdachts auf Drogenhandel und Bestechlichkeit durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Krefeld wertet Beweismittel aus. Diese Durchsuchungen geschahen offenbar unabhängig von früheren Razzien in anderen NRW-Gefängnissen wegen Korruptionsverdachts, über die der Landtags-Rechtsausschuss informiert worden war. Der FDP-Abgeordnete Pfeil äußerte den Verdacht der Vertuschung gegen das Justizministerium.
InhaltZwei Vollzugsbeamte in Nordrhein-Westfalen werden verdächtigt, Drogen gehandelt und sich bestechen lassen zu haben. Nach einer Razzia werten die Behörden Beweise aus. In einem weiteren Gefängnis in NRW hat es eine Razzia wegen möglicher Korruption von Vollzugsbeamten gegeben. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Krefeld bestätigte, dass es Durchsuchungen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Willich 1 Mitte Juli gegeben habe. Ermittelt werde gegen zwei Vollzugsbeamte, unter anderem wegen des Verdachts des Drogenhandels und der Bestechlichkeit. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass die sichergestellten Beweismittel der Durchsuchung aktuell ausgewertet würden. Detailliertere Angaben machte die Behörde zunächst nicht. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass es Razzien wegen mutmaßlich korrupter Beamter in den Gefängnissen von Euskirchen und Rheinbach gegeben hatte. Die JVA Siegburg war vor wenigen Tagen nach Hinweisen auf eine angeblich geplante Meuterei von Gefangenen durchsucht worden. Der Tippgeber hatte auch dort von korrupten Bediensteten gesprochen, zunächst aber keine Namen genannt. Der Rechtsausschuss des Landtags von NRW hatte sich in mehreren Sitzungen mit den Ereignissen in Euskirchen, Rheinbach und Siegburg beschäftigt. Trotzdem wurden die Abgeordneten nicht über die Ermittlungen in Willich informiert. Der FDP-Abgeordnete Werner Pfeil sprach im Kölner Stadt-Anzeiger vom "Verdacht der Vertuschung". Bedienstete der JVA Willich 1 hatten bereits im Juni einen Brandbrief an mehrere Medien gerichtet, der danach im Rechtsausschuss thematisiert wurde. In dem Brief wurden unter anderem die Arbeitsbelastung und angebliche anstaltsinterne Verfehlungen thematisiert. Zunächst blieb unklar, warum die Ermittlungen gegen die Beamten in Willich durch Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) nicht benannt wurden. Man sei aktuell in der Klärung, teilte ein Ministeriumssprecher mit.