Spitzensport und Gesundheit: Olympia-Zweiter Hilbert spricht über Depression und Comeback

Datum29.07.2026 11:17

Quellewww.zeit.de

TLDROlympia-Zweiter Jonathan Hilbert berichtet über Fortschritte im Kampf gegen seine Depression. Nach einer Auszeit und Umstellung der Medikation geht es ihm laut eigenem Instagram-Post besser. Er nimmt sein Studium und strukturiertes Training wieder auf, mit dem Ziel, im nächsten Jahr wieder an Wettkämpfen teilzunehmen. Hilbert betont, dass Heilung ein Marathon sei und er sich bei erneuten schweren depressiven Episoden vollständig aus dem Sport zurückziehen würde.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Spitzensport und Gesundheit“. Lesen Sie jetzt „Olympia-Zweiter Hilbert spricht über Depression und Comeback“. Der deutsche Geher Jonathan Hilbert hat mit emotionalen Worten über seine Fortschritte im Kampf gegen die Depression berichtet. "Nach mittlerweile drei Monaten Stillstand und Innehalten geht es mir besser", schrieb der Olympia-Silbermedaillengewinner von Tokio 2021 über 50 Kilometer in einem Instagram-Beitrag. Im vorigen August hatte der 31-Jährige seine Erkrankung erstmals öffentlich gemacht, im Mai berichtete er von einer Rückkehr der Depression und zog sich vorerst aus dem Leistungssport zurück. Die ersten acht Wochen nach seinem Rückzug seien "eine ziemliche Achterbahnfahrt" gewesen, schilderte Hilbert. Nach der Wiederaufnahme der Therapie habe schnell festgestanden, dass es sich um eine schwere depressive Episode handle. Daraufhin habe er begonnen, Medikamente zu nehmen. Das zunächst eingesetzte Präparat habe jedoch keine spürbare Wirkung gezeigt, woraufhin er auf ein anderes Medikament umgestellt habe. "Der Antrieb kam wieder, die Gedanken wurden wieder heller", schrieb der 31-Jährige und betonte zugleich, dass Medikamente allein nicht die Lösung seien. Er befinde sich weiterhin in Therapie. Seine Ziele seien "Stabilität, Gesundheit und einfach wieder Spaß und Freude am Leben". Die Krankheit sei "kein 100-Meter-Lauf. Eher ein Marathon." Durch die Besserung nehme er aber nun sein Studium und auch das strukturierte Training wieder auf, schrieb Hilbert.  "Ich habe Lust darauf. Ich habe wieder Kraft und empfinde Freude", schrieb der gebürtige Thüringer. Für November sei ein erstes Trainingslager geplant, im kommenden Jahr wolle er wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Gleichzeitig stellte er klar: "Sollte ich noch einmal in dieser Schwere eine depressive Episode erfahren, werde ich mich aus dem Leistungssport vollständig zurückziehen und meine Karriere beenden." © dpa-infocom, dpa:260729-930-454222/1