Porsche: Stellenabbau kostet Hunderte Millionen Euro

Datum29.07.2026 11:23

Quellewww.spiegel.de

TLDRPorsche plant den Abbau von rund 5000 Stellen bis 2035, was kurzfristig Hunderte Millionen Euro an "Rekalibrierungskosten" verursacht. Langfristig werden jährliche Einsparungen im mittleren dreistelligen Millionenbereich erwartet, wobei erste Effekte ab 2028 sichtbar werden. Dies geschieht im Rahmen eines Zukunftspakets, das Investitionen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro in die Standorte vorsieht. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2035 ausgeschlossen, während Kostensteigerungen bei Tariferhöhungen und Weihnachtsgeld reduziert werden. Dieser Schritt ist Teil eines umfassenden Sparprogramms, das die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens angesichts einer Unternehmenskrise stärken soll.

InhaltDie VW-Tochter Porsche will in den kommenden Jahren etwa 5000 Jobs abbauen, um damit Geld zu sparen. Kurzfristig werden die "Rekalibrierungskosten" aber erst einmal teuer. Neue Investionen sollen noch dazukommen. Anfang der Woche kündigte Porsche den Abbau von 5000 Stellen an. Nun wird klar, wie teuer das den kriselnden Autobauer zu stehen kommt. Die mit dem sogenannten Zukunftspaket verbundenen "Rekalibrierungskosten" werden Porsche-Finanzchef Jochen Breckner zufolge im zweiten Halbjahr voraussichtlich einen dreistelligen Millionenbetrag erreichen. 2027 rechne man bei der VW-Tochter mit Belastungen in einer ähnlichen Größenordnung. Langfristig sieht der Manager ein jährliches Einsparpotenzial im mittleren dreistelligen Millionenbereich, wie er in einer Telefonkonferenz sagte. Erste Netto-Einspareffekte seien aber erst 2028 zu erwarten. Das zwischen Management und Gesamtbetriebsrat ausgehandelte Paket war am Montag vorgestellt worden. Es sieht den Abbau von weiteren 5000 Stellen in der Region Stuttgart bis 2035 vor. Im Gegenzug verlängert der Sport- und Geländewagenbauer die Standortsicherung. Betriebsbedingte Kündigungen sind dadurch bis Ende 2035 ausgeschlossen. Zudem investiert der Konzern 2,1 Milliarden Euro in das Stammwerk Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach bei Stuttgart. Diese werden unter anderem durch Einschnitte bei Tariferhöhungen und Kürzungen beim Weihnachtsgeld finanziert. Hintergrund der Sparmaßnahmen ist eine tiefe Unternehmenskrise. Es ist nicht das erste Sparpaket, das die Schwaben auflegen müssen. Bereits im Februar 2025 war der Abbau von rund 1900 Stellen in der Region Stuttgart bis 2029 vereinbart worden. Zusätzlich liefen unter anderem 2000 befristete Verträge aus. In Summe streicht die VW-Tochter in den nächsten Jahren mehr als jede dritte Stelle in ihrer Heimat. Der Stellenabbau soll laut Porsche sozialverträglich erfolgen – vorwiegend über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge. An den Verhandlungen waren auch die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall beteiligt. Ziel sei, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und dabei langfristig möglichst viele Arbeitsplätze abzusichern. Zuletzt hatte BMW als letzter deutscher Autokonzern am Mittwoch angekündigt, ebenfalls Jobs abbauen zu wollen. Dort sollen 8000 Arbeitsplätze wegfallen, viele davon in Deutschland.