FIFA-Investorenpläne: Watzke kritisiert Fifa für möglichen Einstieg von Investoren

Datum29.07.2026 11:12

Quellewww.zeit.de

TLDRDFB-Vizepräsident Watzke kritisiert FIFA-Pläne scharf, Teile der WM an Investoren zu verkaufen. Er sieht dies als Angriff auf den Fußball und eine überschrittene Grenze. Die UEFA teilt diese Haltung und erwägt eine Dringlichkeitssitzung, um einen Boykott zu besprechen. Die FIFA plant die Gründung einer Tochtergesellschaft, an der Minderheitsbeteiligungen ohne Kontrollrechte erworben werden können.

InhaltAuch DFB-Vize Hans-Joachim Watzke kritisiert die Pläne der Fifa für einen Investoreneinstieg bei den Weltmeisterschaften. Die Uefa will noch diese Woche beraten. DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hat die Pläne des Fußball-Weltverbandes Fifa, Teile der Weltmeisterschaft an private Investoren abzutreten, deutlich kritisiert. "Viele im europäischen Fußball sehen die Pläne der Fifa als absoluten Angriff auf den Fußball an. Diese Haltung teile ich", sagte der Vizepräsident des Uefa-Exekutivkomitees. "Hier wird eine Grenze überschritten." Die Einigkeit unter den Mitgliedsverbänden der Europäischen Fußball-Union (Uefa) in dieser Sichtweise sei groß, sagte Watzke, "das haben mir mehrere Gespräche gezeigt, die ich in den vergangenen Tagen mit (Uefa-Präsident) Aleksander Čeferin und anderen Kollegen geführt habe." "Bei der WM standen sechs europäische Teams im Viertelfinale und drei im Halbfinale. Wenn sich der europäische Fußball geschlossen gegen die Pläne wehrt, hat das sehr viel Gewicht", sagte Watzke. Die Uefa hatte bereits zuvor davon gesprochen, dass eine "Grenze überschritten" werde. "Die Uefa nimmt diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollten auch alle nationalen Fußballverbände tun", teilte der Verband mit. "Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Vermögenswerte, mit denen gehandelt werden darf – insbesondere dann nicht, wenn völlig intransparent ist, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns besitzt den Fußball. Es ist nicht an der Fifa, ihn zu verkaufen." Laut Sky, ESPN und Bloomberg soll bei der Uefa noch in dieser Woche eine Dringlichkeitssitzung abgehalten werden. Dort soll auch über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gesprochen werden. Zuvor hatten der Telegraph und die Financial Times berichtetet, dass die Fifa einen Verkauf von 20 bis 30 Prozent von Anteilen an der WM an ein noch zu gründendes Unternehmen plant, das die WM durchführen soll. Die Fifa bestätigte das Vorhaben weitgehend.  Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Kongress und das Council plant der Weltverband die Gründung der Fifa Forward Enterprise (FFE), einer Tochtergesellschaft, die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln soll. Demnach würde diese unter "alleiniger Kontrolle" der Fifa stehen. "Langfristige Investoren sollen sorgfältig ausgewählt werden und Minderheitsbeteiligungen ohne Kontrollrechte an der FFE erwerben", teilte die Fifa mit.