Datum27.11.2025 13:34
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Grünen im Sächsischen Landtag beginnen den Kampf gegen die Schilf-Glasflügelzikade, einen Pflanzenschädling, dessen Ausbreitung durch den Klimawandel begünstigt wird. Diese Zikade schädigt zentrale Kulturpflanzen wie Zuckerrüben und Kartoffeln, indem sie Krankheiten überträgt. Abgeordneter Wolfram Günther warnt vor möglichen Ernteverlusten und fordert langfristige Finanzierung für Forschung und Monitoring. Obwohl Sachsen bisher noch keine massiven Ertragsausfälle verzeichnet hat, zeigen Regionen wie Baden-Württemberg, dass ohne rechtzeitige Maßnahmen erhebliche wirtschaftliche Einbußen drohen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Pflanzenschädling“. Lesen Sie jetzt „Grüne sagen der Schilf-Glasflügelzikade den Kampf an“. Die Grünen im Sächsischen Landtag sagen dem Pflanzenschädling Schilf-Glasflügelzikade den Kampf an. Wer jetzt noch glaube, diese Zikade sei ein Randthema für Fachleute, unterschätze die Dimension dieser Gefahr, erklärte der Abgeordnete Wolfram Günther, vormals sächsischer Agrarminister. "Die rasante Ausbreitung der Zikade ist eng mit dem Klimawandel verknüpft, weil warme Sommer und milde Winter die Vermehrung des Tiers fördern. Das kleine Insekt schädigt Zuckerrüben, Kartoffeln, Gemüse und viele weitere Pflanzen durch Krankheiten, die es überträgt", erläuterte Günther das Problem. Auch in Sachsen wurde das Insekt schon mehrfach nachgewiesen, wie eine Kleine Anfrage Günthers im Parlament ergab. Günther zufolge fehlt es bisher aber an einer langfristigen Finanzierung, um Monitoring und Forschung zum Umgang mit der Zikade auszubauen. Man brauche eine dauerhafte Finanzierung und ausreichend Personal, damit Sachsen die Entwicklung frühzeitig erkenne und reagieren könne. "Wenn sich die Zikade ausbreitet und unsere Ernten angreift, hat das massive Folgen für landwirtschaftliche Betriebe, für unsere regionalen Verarbeiter und letztendlich auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn bei Ernteschäden die Preise steigen", so Günther. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sehe man heute schon, dass hohe wirtschaftliche Einbußen drohten, wenn nicht frühzeitig vorgesorgt werde. Das Agrarministerium hatte in seiner Antwort auf die Anfrage darauf verwiesen, dass die Schilf-Glasflügelzikade in unterschiedlichen Populationsdichten nahezu überall in Sachsen vorkommt. Im Freistaat sei es aber bisher noch nicht zu messbaren Ertragsausfällen wie in südwestdeutschen Anbaugebieten gekommen. © dpa-infocom, dpa:251127-930-348735/1