Datum29.07.2026 10:20
Quellewww.zeit.de
TLDRPorsche verzeichnete im ersten Halbjahr trotz umsatzseitiger Rückgänge einen deutlichen Gewinnanstieg von 49,1 % auf 1,07 Mrd. Euro. Dies ist hauptsächlich auf ein gutes Kosten- und Preismanagement sowie den Wegfall von Sonderkosten aus dem Vorjahr zurückzuführen. Gleichzeitig gab es einen starken Rückgang bei den Fahrzeugauslieferungen (-16,5 %). Angesichts einer schweren Krise plant Porsche den Abbau von 5.000 Stellen in Deutschland, schloss aber betriebsbedingte Kündigungen bis 2035 aus und kündigte Investitionen in zwei deutsche Standorte an.
InhaltDer Umsatz von Porsche ist im ersten Halbjahr leicht gesunken, der Gewinn stieg jedoch deutlich. Das Niveau von 2024 erreicht der Sportwagenhersteller allerdings nicht. Die Geschäftszahlen des deutschen Autoherstellers Porsche haben sich im ersten Halbjahr 2026 stabilisiert. Während der Umsatz um 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 17,3 Milliarden Euro zurückging, konnte Porsche sein Ergebnis nach Steuern auf 1,07 Milliarden Euro steigern. Das entspricht einem Anstieg um 49,1 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 2025. Grund dafür sei unter anderem ein konsequentes Management von Kosten und Preisen, teilte das Unternehmen mit. Es sind allerdings nicht alle Zahlen positiv. So wurden beispielsweise 24.000 weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum, ein Rückgang um fast 16,5 Prozent. Die Zuwächse beim Gewinn gehen zu einem großen Teil auf den Wegfall von Sonderkosten, wie etwa für einen anvisierten Konzernumbau, zurück. Diese beliefen sich im ersten Halbjahr 2025 auf 800 Millionen Euro. Damals war das Konzernergebnis unter anderem deswegen von 2,15 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2024 um 71 Prozent auf 718 Millionen Euro eingebrochen. Porsche steckt damit weiterhin in seiner schwersten Krise seit Jahren. Der Autohersteller kündigte am Montag an, 5.000 Stellen in Deutschland abbauen zu wollen. Die Mitarbeiter sollen über Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge ausscheiden. Zusammen mit dem bereits im vergangenen Jahr beschlossenen Abbau müssen rund 8.900 Beschäftigte das Unternehmen verlassen. Betroffen ist somit mehr als jeder fünfte Porsche-Angestellte insgesamt und mehr als jede dritte Stelle im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach. Im Gegenzug verlängerte das Unternehmen die Standortsicherung für die beiden Standorte bis zum Jahr 2035. Betriebsbedingte Kündigungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen. Zeitgleich sollen 2,1 Milliarden Euro in die beiden Standorte investiert werden. Porsche will das unter anderem mit Maßnahmen wie dem Einbehalt von Tariferhöhungen, weniger Homeoffice und Abschlägen beim Weihnachtsgeld finanzieren. Auch soll der Mitarbeiterbonus sich stärker am Unternehmenserfolg orientieren, große Teile des Managements verzichten in den kommenden beiden Jahren auf Erhöhungen ihrer Grundvergütung.