Datum29.07.2026 09:13
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Nordrhein-Westfalen gibt es neue Korruptionsermittlungen, diesmal in der JVA Willich 1. Zwei Vollzugsbeamte werden wegen Drogenhandels und Bestechlichkeit verdächtigt. Zuvor gab es bereits Razzien in anderen JVAs. Die Staatsanwaltschaft Krefeld werte Beweismittel aus. Politiker kritisieren, dass die Ermittlungen im Fall Willich nicht gemeldet wurden, was den Verdacht der Vertuschung nährt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Drogenhandel hinter Gittern?“. Lesen Sie jetzt „Wieder Korruptionsverdacht in JVA in NRW - Durchsuchungen“. In NRW gibt es Korruptionsermittlungen in einem weiteren Gefängnis. Bereits am 13. Juli gab es Durchsuchungsmaßnahmen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Willich 1, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Krefeld der dpa bestätigte. Ermittelt werde gegen zwei Vollzugsbeamte unter anderem wegen des Verdachts des Drogenhandels und der Bestechlichkeit. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" hatte zuvor berichtet. Laut Staatsanwaltschaft werden die sichergestellten Beweismittel der Durchsuchung aktuell ausgewertet. Detailliertere Angaben machte die Behörde zunächst nicht. Zuvor waren bereits Razzien wegen mutmaßlich korrupten Beamten in den Gefängnissen von Euskirchen und Rheinbach bekanntgeworden. Die JVA Siegburg war vor wenigen Tagen nach Hinweisen auf eine angeblich geplante Meuterei von Gefangenen durchsucht worden. Der Tippgeber hatte auch dort von korrupten Bediensteten gesprochen - zunächst aber ohne Namen zu nennen. Obwohl die Ereignisse in Euskirchen, Rheinbach und Siegburg den Rechtsausschuss des Landtags in mehreren Sitzungen beschäftigt hatten, wurden die Abgeordneten nicht über die Ermittlungen in Willich informiert. Der FDP-Abgeordnete Werner Pfeil sprach gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom "Verdacht der Vertuschung". Im Juni war ein Brandbrief von Bediensteten der JVA Willich 1 unter anderem zum Thema Arbeitsbelastung und angebliche anstaltsinterne Verfehlungen an mehrere Medien gegangen, der danach auch im Rechtsausschuss thematisiert worden war. Warum die Ermittlungen gegen die Beamten in Willich durch Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) nicht benannt wurden, blieb zunächst unklar. Man sei aktuell in der Klärung, so ein Ministeriumssprecher. © dpa-infocom, dpa:260729-930-453538/1