Datum29.07.2026 02:12
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas US-Militär meldet die Abwehr iranischer Raketenangriffe auf US-Streitkräfte im Nahen Osten, vermutet Ziele in Jordanien. Dies geschieht trotz Trumps jüngster Ankündigung einer Kampfpause zur Förderung von Verhandlungen. Derweilen traf Israels Premier Netanyahu Trump im Weißen Haus, um die gemeinsame Haltung gegen Irans Atomprogramm zu bekräftigen, obwohl divergierende Kriegsziele bestanden. Beide Länder stehen vor wichtigen Wahlen.
InhaltZwischen Washington und Teheran herrschte zuletzt eine Kampfpause, Präsident Trump sprach von "sehr tiefgehenden Verhandlungen". Jetzt verkündet die US-Armee iranische Raketenangriffe auf Kräfte im Nahen Osten. Die US-Armee hat eigenen Angaben zufolge neue Raketenangriffe Irans abgewehrt. Die Truppen Teherans hätten einen "Überraschungsangriff auf im Nahen Osten stationierte US-Streitkräfte" versucht, meldete das zuständige US-Regionalkommando Centcom am Dienstagabend (Ortszeit). "Alle iranischen Raketen wurden erfolgreich abgefangen." Welches Ziel der Angriff hatte, wurde nicht genannt. Nach Informationen des US-Nachrichtenportals "Axios" flogen die Raketen in Richtung eines US-Stützpunktes in Jordanien. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Laut Centcom feuerten die iranischen Revolutionsgarden die Raketen am Dienstag trotz der vorerst eingestellten US-Angriffe ab. US-Präsident Donald Trump hatte die Angriffe auf Iran nach eigenen Angaben gestoppt, um laufenden Verhandlungen mit Teheran eine weitere Chance zu geben. "Wir sind in sehr tiefgehenden Verhandlungen mit Iran", sagte er "Axios". Zuvor hatte das US-Militär fast zwei Wochen lang jede Nacht Ziele in Iran angegriffen. Teheran reagierte mit Gegenschlägen. Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei widersprach Trump allerdings. Vermittler könnten zwar Botschaften der US-Seite übermitteln, sagte er. "Derzeit stehen wir jedoch in keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten." Israels Premier Netanyahu nach seinem Besuch im Oval Office Erstmals seit Beginn des Irankriegs im Februar empfing Trump am Dienstag den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu im Weißen Haus. Der Besuch wurde auch deshalb mit Spannung erwartet, weil unterschiedliche Interessen in dem Konflikt Risse in der Beziehung der engen Verbündeten offenbarten: Israel will den Krieg Medienberichten zufolge fortsetzen, während Trumps Fokus zuletzt auf einer diplomatischen Lösung lag. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sprach im Anschluss von einem "positiven und produktiven" Treffen. Netanyahu sagte in einer Videobotschaft nach seinem Besuch: "Es war eines der besten Gespräche, die ich je mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, unserem Freund Donald Trump, geführt habe." Beide hätten das gemeinsame Ziel, sicherzustellen, dass Iran keine Atomwaffen baue. Teheran bestreitet entsprechende Pläne. Das Treffen erfolgte wenige Monate vor wichtigen Wahlen in beiden Ländern: In Israel wählen die Bürger am 27. Oktober ein neues Parlament. In den USA finden am 3. November die Kongresszwischenwahlen statt. In der Straße von Hormus treffen Geschosse auch Öltanker, angeblich ohne ökologische Folgen. Eine SPIEGEL-Auswertung von Satellitenfotos legt das Gegenteil nahe. Mehr dazu hier .