Datum29.07.2026 00:01
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, warnt vor zunehmender Bedrohung queerer Menschen und CSD-Veranstaltungen durch Rechtsextremisten in Ostdeutschland. Sie fordert mehr Polizeischutz und eine Angleichung der Sicherheitslage an westdeutsche Städte. Koch rief nach dem Anschlag auf einen CSD in Berlin dazu auf, sich nicht einschüchtern zu lassen und auch im Alltag die Sicherheit queerer Menschen zu erhöhen, indem Straftaten angezeigt werden und Polizisten für diese Lebenswelten sensibilisiert werden.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Terroranschlag auf CSD“. Lesen Sie jetzt „Queerbeaufragte warnt vor Bedrohung durch Rechtsextremisten“. Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), hat vor einer wachsenden Bedrohung queerer Menschen in Ostdeutschland durch Rechtsextremisten gewarnt. Besonders Christopher-Street-Day-Veranstaltungen (CSD) müssten dort besonders geschützt werden. "In Sachsen werden CSDs mit sehr viel Polizeischutz und weiträumig abgesperrten Straßen geschützt, gerade im ländlichen Raum. Mein Wunsch war immer, dass sich das an die Lage in westdeutschen Städten angleicht", sagte Koch der "Rheinischen Post". Stattdessen bedrohten immer jüngere rechte Netzwerke ganz gezielt die CSDs und die queere Community. In westdeutschen Großstädten sei die Lage vielerorts deutlich entspannter. Bei einer Pride-Demo in Köln etwa habe eine Kreuzung allein mit einer Fahrradpolizistin abgesichert werden können, so Koch. Mit Blick auf den Anschlag am Rande des CSDs in Berlin zeigte sich Koch erschüttert und rief zugleich dazu auf, weiterhin queere Veranstaltungen zu besuchen. "Die kommenden Tage sind dafür da, dass wir -auch als ganze Gesellschaft - uns die Zeit zum Trauern nehmen. Danach werden wir zeigen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen." Koch forderte auch mehr Sicherheit im Alltag für queere Menschen. "Für ein wirkliches Sicherheitsgefühl müssen wir vor allen Dingen daran arbeiten, dass nicht nur Großdemonstrationen gut geschützt sind, sondern auch queere Menschen im Alltag - indem zum Beispiel Straftaten angezeigt werden." Dafür brauche es aber die Sicherheit, dass es bei den Polizeibehörden Ansprechpersonen gebe, die die Lebenswelten queerer Personen verstehen. © dpa-infocom, dpa:260728-930-452255/1