Datum28.07.2026 20:18
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Bundesregierung weist die Kritik des entlassenen Gesundheitsstaatssekretärs Tino Sorge an Bundeskanzler Friedrich Merz als unbegründet zurück. Laut Regierung sei es gesetzlich vorgesehen, dass parlamentarische Staatssekretäre mit dem Ausscheiden eines Ministers ihren Posten verlieren und der jeweilige Minister seine Nachfolger selbst wählt. Sorge wurde vorab informiert und äußert Bedauern über die Art der Bekanntgabe von Merz. Die Personalentscheidungen fallen im Kontext von Unmut innerhalb der Union.
InhaltIm Zuge von Friedrich Merz' Personalrochade verliert auch Staatssekretär Tino Sorge seinen Job. Dessen Stilkritik am Kanzler hält die Bundesregierung für unbegründet. Die Bundesregierung hat die heftige Kritik des bisherigen Gesundheitsstaatssekretärs Tino Sorge an Kanzler Friedrich Merz als unbegründet zurückgewiesen. Mit dem Ausscheiden eines Ministers schieden auch die parlamentarischen Staatssekretäre aus – so sehe es das Gesetz vor, hieß es aus Regierungskreisen auf Anfrage der ZEIT. Gemäß der Rechtslage suche sich jeder Minister seine parlamentarischen Staatssekretäre selbst aus. Dass er nicht erneut als Staatssekretär vorgesehen gewesen sei, habe Tino Sorge lange vor der Öffentlichkeit vom designierten Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann erfahren. "Eines Anrufs des Bundeskanzlers bedarf es nicht." Im Rahmen der Personalrochade des Kanzlers und CDU-Chefs soll die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt, Christiane Schenderlein als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium auf Sorge folgen. Sorge hatte dazu in einer Stellungnahme auf der Plattform X geschrieben, dass es kein Geheimnis sei, dass "ich meine Arbeit an dieser zentralen Schaltstelle der Gesundheitspolitik gern fortgeführt hätte". Die Entscheidung des Bundeskanzlers nehme er zur Kenntnis. "Dass er sie – anstelle eines persönlichen Gesprächs mit mir – zuerst in Parteigremien und vor der Presse verkündet hat, bleibt seine eigene Stilfrage." Mit Blick auf Merz’ Entscheidung ergänzte Sorge: "Zu hoffen bleibt, dass sie einer übergeordneten Logik folgt, die größer ist als die Summe einzelner Personalentscheidungen." Sorge wurde in Thüringen geboren und sitzt seit 2013 für Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg im Bundestag. "Angesichts der Ereignisse der letzten Tage und am Vorabend mehrerer Landtagswahlen wird der Bundeskanzler diese Entscheidung mit Bedacht getroffen haben", schrieb Sorge. In den vergangenen Tagen hat sich in der Union immenser Unmut über die Personalentscheidungen des Kanzlers nach dem Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn breitgemacht – vor allem über den Rauswurf von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Bei einem Irland-Besuch äußerte Merz die Erwartung, dass seine Personalrochade mit der für Mittwoch geplanten Wahl des neuen Fraktionsvorsitzenden und der Ernennung dreier Bundesminister auf Akzeptanz stoßen werde.