Lage in französischen Brandgebieten hat sich »stabilisiert«

Datum28.07.2026 20:15

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Lage bei den Waldbränden in Frankreich und Spanien stabilisiert sich. In der Gironde bei Bordeaux sind die Feuer unter Kontrolle, einige Evakuierte können zurückkehren. Spanien meldet ebenfalls Fortschritte, obwohl eine neue Hitzewelle bevorsteht. Die Brände haben dort bereits enorme Flächen verwüstet. Portugal kämpft mit 34 kleineren, aktiven Bränden.

InhaltImmer wieder flammen die Feuer bei Bordeaux auf, doch insgesamt sehen die Behörden eine Verbesserung der Lage. Auch aus Spanien kommen positive Nachrichten. Portugiesische Behörden melden derweil 34 aktive Waldbrände. Bei der Bekämpfung der großflächigen Waldbrände melden die Behörden in Frankreich und Spanien Erfolge. Das Feuer im südwestfranzösischen Département Gironde ist trotz eines stellenweisen Wiederaufflammens nach Behördenangaben "weiterhin stabilisiert". Der Brand breite sich vorerst nicht weiter aus, teilte die zuständige Präfektin Sophie Brocas am Agabend mit. An 14 Stellen seien die Flammen im Tagesverlauf erneut ausgebrochen. Dort habe es bereits zuvor gebrannt. Die Bewohner dreier zuvor evakuierter Orte in der Nähe der Großstadt Bordeaux könnten unter Bedingungen nach Hause zurückkehren, teilte die Präfektin weiter mit. "Wenn sie es wünschen", könnten die Menschen nach Le Haillan, Mérignac und Eysines zurückkehren. Gegebenenfalls müssten sie die Orte bei einer neuerlichen Bedrohung aber wieder verlassen. Die Bewohner der Ortschaften waren in der Nacht zu Samstag aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu begeben. Der Brand bei Bordeaux hat in den vergangenen Tagen 42.000 Hektar Fläche verwüstet, rund 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Zuletzt waren rund 4000 Touristen im Badeort Lacanau zur Evakuierung aufgefordert worden. Bei der Bekämpfung von Waldbränden feiern auch die Einsatzkräfte in Spanien erhebliche Erfolge. "Wir sehen Licht am Ende des Tunnels", sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez nach einer Sitzung des Krisenstabs in Madrid. Die Regierung werde "bis zur letzten Flamme" alle verfügbaren Mittel einsetzen. Die von den Bränden betroffenen Gebiete seien nun zu Katastrophenzonen erklärt worden, wodurch erste Hilfen anliefen. Der sozialistische Politiker erneuerte zudem seinen Appell für einen parteiübergreifenden Klimapakt. Die Leugnung des vom Menschen verursachten Klimawandels sei "der schlimmste Brennstoff" im Kampf gegen Brände und Klimakrise, warnte Sánchez vor Journalisten. Die Löscharbeiten entwickeln sich derweil zu einem Rennen gegen die Uhr, denn der Wetterdienst Aemet hat für Mittwoch den Beginn der vierten Hitzewelle des Sommers im beliebten Urlaubsland angekündigt. Diese soll mindestens bis Sonntag anhalten. Temperaturen von bis zu 42 Grad sowie eine sinkende Luftfeuchtigkeit könnten die Arbeiten deutlich erschweren. Die Waldbrände treffen vor allem die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo. Dort verwüsteten die Flammen zusammen bisher knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der Brände allerdings deutlich verlangsamt. In diesen Gebieten rund um die spanische Hauptstadt waren ursprünglich rund 90.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Das Innenministerium in Madrid gab aber nun eine Lockerung der Schutzmaßnahmen bekannt. Die Bewohner von 13 Ortschaften dürfen demnach schon am Dienstagabend in ihre Häuser zurückkehren. Zudem seien für vier weitere Ortschaften die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben worden, hieß es. Davon profitieren insgesamt etwa 34.000 Menschen in Madrid und Ávila. Allein in Ávila wurde nach vorläufigen amtlichen Schätzungen eine Fläche von knapp 50.000 Hektar zerstört. Das entspricht rund 500 Quadratkilometern – fast der Fläche des Bodensees. Dieses Feuer ist damit das größte der jüngeren Geschichte Spaniens, das heißt seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1968. Auch in der Provinz Castellón im Osten des Landes brennt es weiter. Im Gebiet Vall d'Uixó erfassten die Flammen bisher rund 8500 Hektar. Dort waren insgesamt rund 16.000 Menschen evakuiert worden, aber rund 6000 konnten aufgrund der Entspannung der Lage am Montag in ihre Häuser zurückkehren. Im Laufe des Tages würden viele weitere folgen, teilten die Regionalbehörden mit. Insgesamt wüteten in Spanien am Dienstag acht größere Waldbrände. Auch in Portugal brennt dieser Tage die Natur vielerorts. Insgesamt waren am Dienstagvormittag im ganzen Land 34 Waldbrände aktiv. Die Feuer sind aber alle bislang deutlich kleiner als im iberischen Nachbarland. Sie wurden insgesamt von gut 1000 Einsatzkräften bekämpft, wie die Behörden mitteilten. Die Waldbrände bei Bordeaux erzeugen ihre eigenen Unwetter: Lesen Sie hier , wie riesige Pyrocumulonimbus-Wolken das Feuer anfachen und Blitze entstehen lassen.