Datum28.07.2026 17:27
Quellewww.zeit.de
TLDRMecklenburg-Vorpommern erwärmt sich überdurchschnittlich stark. Die Landesregierung hat eine 131-seitige Klimaanpassungsstrategie mit 20 Handlungsfeldern vorgelegt, um die Folgen der Erderwärmung abzumildern. Maßnahmen umfassen Küstenschutz, Wassersicherung, mehr Stadtgrün und den Schutz historischer Parks. Die Kosten sollen in der Haushaltsplanung berücksichtigt werden. Bereits spürbare Folgen wie Hagelschäden und Waldbrände machen dringendes Handeln erforderlich. Geplante Umsetzungen beinhalten eine digitale Wasserampel und die Erforschung trockenresistenter Pflanzensorten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Mit Erderwärmung umgehen“. Lesen Sie jetzt „Strategie für Anpassung an wärmeres Klima in MV vorgelegt“. Mecklenburg-Vorpommern erwärmt sich laut Landesregierung schneller als der weltweite Durchschnitt. "Seit Beginn regelmäßiger und flächendeckender Aufzeichnungen im Jahr 1881 stieg die mittlere Temperatur in MV bereits um 2,5 Grad an", stellt das Umweltministerium fest. In einer 131 Seiten dicken Klimaanpassungsstrategie hat das Ministerium nun Maßnahmen aufgelistet, mit denen die Folgen der Erderwärmung für die Menschen abgemildert werden sollen. Genannt werden 20 Handlungsfelder. Sie reichen vom beschleunigten Ausbau der Küstenschutzanlagen über die Sicherung der Trinkwasser-Ressourcen bis hin zu mehr Stadtgrün und dem Schutz historischer Parkanlagen vor Erosion und Wassermangel. Das alles koste viel Geld, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Deshalb ist eines der 20 Handlungsfelder die Finanzwirtschaft. Die Kosten für die Klimaanpassung sollen demnach künftig in der Haushaltsplanung des Landes berücksichtigt werden. Bei der Klimaanpassung geht es nicht um die Verhinderung einer weiteren Erwärmung, sondern um den Umgang mit deren Folgen. Diese Folgen gebe es bereits, sagte Backhaus. So habe das Hagel-Unwetter im Juli in Südwestmecklenburg in der Landwirtschaft Schäden in Höhe von 29 Millionen Euro angerichtet. In diesem Jahr brannten Backhaus zufolge außerdem bereits 542 Hektar Wald in Mecklenburg-Vorpommern. "Und wir erwarten eine neue Hitzewelle in den nächsten Tagen." Der Minister appellierte an die Landwirte, bei der Ernte besonders vorsichtig zu sein, um Brände zu verhüten. Zahlreiche Maßnahmen werden vorbereitet. So wird Backhaus zufolge eine digitale Wasserampel für Trockenzeiten entwickelt. Sie soll anzeigen, wo es für die Versorgung eng wird. In der Landwirtschaft werde an neuen Sorten geforscht, die besser mit Trockenheit umgehen könnten. Backhaus nannte als Beispiel etwa Weizen mit Grannen, die Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen könnten. Laut Klimaanpassungsstrategie wird sich der Gesamtniederschlag in Mecklenburg-Vorpommern zwar kaum verändern. Doch die Verteilung werde sich verschieben. Die Winter würden demnach nasser, Frühjahr und Sommer hingegen trockener. Gleichzeitig nehme die Wahrscheinlichkeit von Starkniederschlägen zu. © dpa-infocom, dpa:260728-930-451559/1