Stahlindustrie und Wasserstoff: Bau von Wasserstoffpipeline im Saarland kann beginnen

Datum28.07.2026 17:28

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Bau einer 17 Kilometer langen Wasserstoffpipeline im Saarland, die Leidingen mit Dillingen verbindet, wurde genehmigt. Die Pipeline ist Teil des geplanten Wasserstoffnetzes "mosaHYc" und soll Industrie sowie Kraftwerke versorgen. Ab 2029 soll die Dillinger Hütte jährlich 6.000 Tonnen Wasserstoff für zehn Jahre erhalten. Das Projekt, das die Zukunftsfähigkeit der Stahlindustrie sichert, kostet rund 70 Millionen Euro und ist ein wichtiger Schritt im Umbau der Stahlproduktion zu einer CO2-armen und wasserstoffbasierten Erzeugung.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Stahlindustrie und Wasserstoff“. Lesen Sie jetzt „Bau von Wasserstoffpipeline im Saarland kann beginnen“. Mit dem Bau einer für die saarländische Wirtschaft wichtigen Wasserstoffpipeline soll bald begonnen werden. Das Oberbergamt des Saarlandes habe den Bau der 17 Kilometer langen Wasserstoffleitung zwischen Leidingen an der französischen Grenze und dem Stahlstandort Dillingen genehmigt, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Zuvor hatte die "Saarbrücker Zeitung" darüber berichtet. Das Unternehmen Creos Deutschland Wasserstoff GmbH habe angekündigt, dass die Bauarbeiten voraussichtlich im August beginnen sollen. Dann werde auch über den aktuellen Projektstand und die nächsten Schritte informiert. Die Pipeline ist Teil eines geplanten Wasserstoffnetzes im Saarland und im französischen Lothringen mit dem Namen "mosaHYc". Das Netz, das weitere Leitungen nach Frankreich vorsieht, soll vor allem Industrie und Kraftwerke im Saarland in den 2030er Jahren versorgen. Über die neue Leitung soll unter anderem die Dillinger Hütte ab 2029 mit jährlich 6.000 Tonnen Wasserstoff für zehn Jahre beliefert werden, wie das Ministerium weiter mitteilte. Der Wasserstoff soll aus einem Elektrolyseur im lothringischen Carling kommen. Die neue Pipeline soll rund 70 Millionen Euro kosten. Es sei das derzeit größte Wasserstoff-Infrastrukturprojekt im Saarland, schrieb das Ministerium. Der Aufbau dieser Infrastruktur sei auch "eine Schlüsselfrage der Zukunftsfähigkeit der Stahlindustrie" im Saarland. Im Saarland läuft der Umbau der Stahlindustrie zu einer CO2-armen Produktion. Heißt: Schrittweise stellen Unternehmen ihre Produktion von der kohlebasierten Hochofenproduktion auf die wasserstoffbasierte Stahlerzeugung um. Neue Anlagen ermöglichten eine Reduktion der CO2-Emissionen um bis zu 55 Prozent bis Anfang der 2030er Jahre, hieß es. Die Summe für den Umbau auf eine "grüne" Stahlproduktion beträgt rund 4,6 Milliarden Euro. Die Förderung von Bund und Land liegt bei 2,6 Milliarden Euro - die Restfinanzierung tragen die Unternehmen selbst. © dpa-infocom, dpa:260728-930-451569/1