Datum28.07.2026 15:55
Quellewww.zeit.de
TLDRDeutschland hat 31 Afghanen per Charterflug nach Kabul abgeschoben. Erstmals waren nicht nur verurteilte Schwerst- und schwere Straftäter darunter, sondern auch eine ausreisepflichtige Person, die nach Rückkehr aus einem anderen EU-Land abgeschoben wurde. Innenminister Dobrindt betonte die konsequente Migrationspolitik und die Verpflichtung Afghanistans zur Aufnahme. Die Abgeschobenen werden nach Ankunft von den Taliban befragt.
InhaltDeutschland hat 31 Afghanen per Charterflug in ihr Heimatland abgeschoben. Erstmals waren darunter nicht nur "verurteilte schwerste und schwere Straftäter". Deutschland hat nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) 31 Menschen aus Afghanistan per Flugzeug in ihr Heimatland abgeschoben. Es handle sich um "überwiegend schwerste und schwere Straftäter, die mit Tötungsdelikten, Vergewaltigungen, Gewalttaten auffällig waren", sagte Dobrindt am Rande der Sommerklausur der CSU-Landesgruppe im fränkischen Kloster Banz. Eine Person sei an Bord gewesen, bei der es sich nicht um einen verurteilten Straftäter handele. Auch diese Person sei aber zwingend ausreisepflichtig gewesen. Sie haben versucht, Unterschlupf in einem anderen europäischen Land zu suchen, sei dann aber nach Deutschland zurückgekehrt. "Wir haben in den vergangenen Wochen die Bundesländer darauf hingewiesen, dass Abschiebungen von ausreisepflichtigen Personen nach Afghanistan auch künftig möglich sein werden, wenn wir es nicht ausschließlich mit schwersten Straftätern zu tun haben", sagte Dobrindt. Augenzeugen am Flughafen in Kabul berichten von mehreren Familien, die auf ihre Angehörigen warteten. Wie Beamte den Wartenden vor Ort erklärten, würden die Abgeschobenen nach ihrer Ankunft den Prozess durch die regierenden Taliban durchlaufen – darunter Verhöre. Danach könnten sie gegebenenfalls nach Zusicherungen durch die Familien freigelassen werden. Die Bundesregierung verfolge konsequent die von ihr eingeschlagene Migrationspolitik, sagte Dobrindt. Die Wende in der Migrationspolitik werde "mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante" vorangetrieben. Die von den Taliban geführte Regierung in Afghanistan sei verpflichtet, die Menschen in ihrem Heimatland aufzunehmen. "Das ist die Vereinbarung, die getroffen ist mit den Verantwortlichen in Afghanistan." Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.