Chemiekonzern: Wacker Chemie plant Streichung von 1.500 Stellen

Datum27.11.2025 12:58

Quellewww.zeit.de

TLDRWacker Chemie plant den Abbau von 1.500 Stellen, hauptsächlich in Deutschland, um Kosten zu sparen. Der Konzern, der Ende 2024 etwa 16.600 Mitarbeiter beschäftigt, verzeichnete einen netto Verlust von knapp 105 Millionen Euro und strebt jährliche Einsparungen von 300 Millionen Euro bis Ende 2027 an. Vorstandschef Christian Hartel nennt hohe Energiepreise und bürokratische Hürden als Ursachen für die Schwierigkeiten. Wacker ist ein führender Anbieter von Polysilizium für die Chipindustrie und leidet unter der schwachen globalen Nachfrage.

InhaltGut jeder zehnte Mitarbeiter des Chemiekonzerns Wacker könnte von einem geplanten Stellenabbau betroffen sein. Der Konzern will so Kosten einsparen. Wegen hoher Kosten und hoher Verluste: Der Chemiekonzern Wacker plant 1.500 Stellen abzubauen, den größten Teil davon in Deutschland. Das teilte der Vorstand mit. In Deutschland beschäftigt der Konzern etwa 10.700 Menschen, der Stellenabbau könnte also mehr als jeden Zehnten betreffen. Weltweit beschäftigte der Konzern Ende 2024 gut 16.600 Menschen. Ende September hatte Wacker einen Nettoverlust von knapp 105 Millionen Euro gemeldet. "Ziel ist es, durch die Einsparungen unsere Kosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken", sagte Vorstandschef Christian Hartel. Insgesamt wolle das Unternehmen 300 Millionen Euro im Jahr sparen, die Hälfte davon durch Personalabbau. Die Einsparungen sollen bis Ende 2027 stattfinden. Hartel machte die Politik mitverantwortlich für die schwierige Lage der Branche, in Deutschland gebe es zu hohe Energiepreise und bürokratische Hemmnisse. Die Chemiebranche ist nämlich nach wie vor sehr energieintensiv. Abgesehen davon leidet die deutsche Exportindustrie unter dem schwachen Dollar und der durch die unsichere Weltlage bedingten Zurückhaltung vieler Kunden. Wacker Chemie ist nach Firmenangaben der größte Lieferant des Halbleiter-Rohstoffs Polysilizium für die globale Chipindustrie. Weitere Geschäftsbereiche sind unter anderem Polymere, überwiegend ein Bindemittel und Zusatzstoffe für die Baustoffindustrie, sowie Biotechnologie. Der größte Standort ist Burghausen in Bayern mit etwa 8.000 Mitarbeitern.