Martin Sellner: Grüne erstatten Anzeige gegen Rechtsextremist Martin Sellner

Datum28.07.2026 14:19

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Grünen haben Anzeige gegen Martin Sellner, eine Führungsfigur der Identitären Bewegung, erstattet. Sellner verbreitete auf X eine Fotomontage, die den mutmaßlichen CSD-Attentäter im Stil eines Grünen-Wahlplakats zeigte. Die Partei kritisiert dies als "perfide" Nutzung einer tragischen Situation zur politischen Stimmungsmache. Die Grünen betonen ihr Vorgehen gegen Islamismus, Queerfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Sellner gilt als rechtsextrem und hat Kontakte zur AfD.

InhaltDer Kopf der Identitären Bewegung hatte ein Bild des mutmaßlichen CSD-Attentäters in der Optik eines Grünen-Wahlplakats verbreitet. Jetzt geht die Partei dagegen vor. Die Grünen haben Anzeige erstattet gegen einen bekannten Akteur aus der rechtsextremen Szene. Das erfuhr die ZEIT aus Parteikreisen. Der Hintergrund: Martin Sellner, Führungsfigur der sogenannten Identitären Bewegung, hatte auf X ein Bild des mutmaßlichen Islamisten verbreitet, der am Samstag einen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin verübte.  Sellners Fotomontage zeigte Abdul B. im Stile eines Wahlplakats der Grünen mit dem Aufruf "Mama, bitte wähl für mich". Dazu der vermeintliche Wahlaufruf: "Alle Stimmen Grün", sowie ein Verweis auf die Homepage der Grünen in Bayern.  Dagegen geht die Partei nun juristisch vor. Die Generalsekretärin der Grünen, Pegah Edalatian, sagt dazu gegenüber der ZEIT, es sei "perfide", dass Rechtsextreme die Situation nutzten, um mit gefälschten Grünen-Wahlplakaten politische Stimmung zu machen. "Wir gehen konsequent gegen radikalen Islamismus vor und treten zugleich entschieden gegen Queerfeindlichkeit und Rechtsextremismus ein", sagte Edalatian. Beides gehöre zu einer Politik, die "unsere freiheitliche Demokratie verteidigt." Am Samstagabend hatte der 21-jährige Islamist einen Transporter in eine Menschenmenge am Rande des Christopher Street Days im Berliner Tiergarten gelenkt. Eine Frau wurde dabei getötet, 29 weitere wurden teils schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter floh zunächst und wurde schließlich von Polizisten erschossen. Der Österreicher Martin Sellner wird von Verfassungsschützern als eine prominente Figur dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet. Zudem pflegt er Kontakte zur AfD.