Datum28.07.2026 14:13
Quellewww.zeit.de
TLDRArchäologen entdeckten in Quedlinburg einen zentimetergenauen Luftschutzgraben aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Anlage, die als Schutz vor Beschuss und Trümmern diente, lag unerwartet auf einem Baugrundstück. Mit Seitenarmen für Ein- und Ausgänge war der Graben etwa 20 mal 14 Meter groß. Er wird als wichtiges Zeugnis der Kriegsschrecken und der damaligen Bedrohungssituation angesehen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Archäologie“. Lesen Sie jetzt „Zeugnis des Schreckens: Alter Deckungsgraben gefunden“. Archäologen haben in Quedlinburg eine Luftschutzanlage aus dem Zweiten Weltkrieg wiederentdeckt. Die Anlage sei unerwartet auf einem Grundstück gefunden worden, wo ein Einfamilienhaus gebaut werden soll, teilte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie mit. Der von den Expertinnen und Experten entdeckte Deckungsgraben habe zwei Seitenarme für Ein- und Ausgänge und sei etwa 20 mal 14 Meter groß. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges seien immer häufiger auch Gebiete im Inneren des von den Nationalsozialisten regierten Deutschen Reichs zum Ziel von Luftangriffen geworden. Der nun entdeckte Schutzraum liege an der Kante eines Bergsporns mit Blick in das Bodetal. Nach Beginn der Erdarbeiten auf dem Grundstück habe sich zunächst die Abdeckung eines rund 2,50 Meter breiten Betongewölbes gezeigt. Schnell sei den Expertinnen und Experten klar gewesen, dass es sich um einen ungefähr 20 Meter langen Deckungsgraben handelt. Er sollte demnach vor Beschuss, Trümmern oder auch Splittern schützen - bei direkten Bombentreffern bot er jedoch keinen Schutz. Der Graben sei auch ein Dokument der Schrecken des Krieges, erklärten die Archäologen. "Aus heutiger Sicht ist es schwer nachzuvollziehen, wie sich Menschen bei realen Bedrohungssituationen in einem solchen Deckungsgraben gefühlt haben müssen", hieß es. © dpa-infocom, dpa:260728-930-450100/1