Datum28.07.2026 12:36
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer republikanische Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, kritisiert die angeblich geplanten Abschiebungen haitianischer Einwanderer durch die Trump-Regierung. DeWine bezeichnet die Maßnahme als "Schlag für Springfield und Ohio", da die Haitianer zur wirtschaftlichen Erholung der Stadt beigetragen hätten. Er hebt zudem die gefährliche Sicherheitslage in Haiti hervor. Die US-Regierung hat die Pläne bisher nicht offiziell bestätigt.
InhaltLaut US-Medien bereitet Trumps Vollstreckungsbehörde ICE eine Abschiebewelle vor. Im Fokus sollen haitianische Einwanderer in Ohio stehen. Der republikanische Gouverneur nennt die Pläne "einen Schlag für den Bundesstaat". Immer wieder erhält der US-Präsident öffentlichen Widerspruch aus seiner eigenen Partei. Jetzt hat der republikanische Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, die Trump-Regierung kritisiert. Es geht um offenbar geplante Abschiebungsmaßnahmen gegen haitianische Einwanderinnen und Einwanderer. Mehr als 300.000 Einwanderer aus Haiti könnten kommende Woche ihre Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in den USA verlieren. Die Trump-Regierung hat laut Fox News und CBS News offenbar bereits die umstrittene US-Einwanderungsvollstreckungsbehörde ICE mobilisiert. Sie plane eine Welle von Festnahmen und Abschiebungen, berichten die US-Sender unter Berufung auf anonyme Quellen in den Bundesbehörden. Im Fokus soll der US-Bundesstaat Ohio stehen und dort insbesondere die Stadt Springfield. Über die haitianischen Einwohner der Stadt hatte US-Präsident Donald Trump im vergangenen Wahlkampf Lügen verbreitet, um seinen migrationsfeindlichen Kurs zu rechtfertigen. Trump behauptete damals in einer Wahldebatte mit der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris, dass Migranten aus dem Karibikstaat "die Hunde und Katzen der Einwohner" essen würden. Eine Falschaussage. In einem Interview mit CBS News nannte Ohios Gouverneur den Plan der Trump-Regierung, die Festnahmen und Abschiebungen haitianischer Migranten zu verstärken, einen "Fehler". Die geplanten Abschiebungsmaßnahmen seien "ein Schlag für Springfield" und "ein Schlag für den Bundesstaat Ohio", so Mike DeWine. "Das sind Menschen, die Springfield wirklich wieder auf die Beine geholfen haben." Die Haitianer hätten in der wirtschaftlich angeschlagenen Stadt Arbeitsplätze besetzt und Unternehmen gegründet. Sie nun in ihr Heimatland zurückzuschicken, sei nicht nur schlecht für seinen Bundesstaat, sondern auch gefährlich, so der Republikaner. Er wies auf die katastrophale Sicherheitslage in Haiti. In dem verarmten Karibikstaat, der seit Jahren unter politischer Instabilität leidet, kontrollieren kriminelle Banden weite Teile des Territoriums. Das Land versinke in "praktisch chaotischen Zuständen", so der Gouverneur, es gebe "keinerlei Anzeichen einer Regierung". Dies habe immerhin auch das US-Außenministerium dazu veranlasst, Amerikaner vor Reisen dorthin zu warnen. Die US-Regierung hat bisher weder auf DeWines Kritik reagiert, noch ihre Abschiebepläne offiziell bestätigt. Allerdings hatte eine Sprecherin des Weißen Hauses die Entscheidung des Supreme Court, dass die Regierung den Schutzstatus für Haitianer und Syrer beenden darf – unter die auch viele der von DeWine angesprochenen Einwohner fallen – als "enormen Sieg" für die Regierung gewertet und den migrationskritischen Kurs der Administration betont. Lesen Sie auch : Die brutalen ICE-Razzien sind aus den Nachrichten verschwunden. Trotzdem treibt Donald Trump seine Politik gegen Migranten voran.