Datum28.07.2026 10:25
Quellewww.zeit.de
TLDRBrasilien hat die Welthandelsorganisation (WTO) wegen US-Strafzöllen angerufen, die es als inkompatibel mit internationalen Handelsregeln ansieht. Laut dem brasilianischen Außenministerium sind die Zölle "unbegründet". Dies ist der erste Schritt im WTO-Streitbeilegungsverfahren, um eine einvernehmliche Lösung zu finden. Die USA hatten Zölle wegen angeblich unfairer Handelspraktiken und des Einsatzes von Zwangsarbeit eingeführt. Brasilien vermutet Wahlkampfbeeinflussung durch die USA.
InhaltDie zuletzt eingeführten US-Strafzölle hält Brasilien für inkompatibel mit Regeln des internationalen Handels. Das Land schaltet deswegen die Welthandelsorganisation ein. Brasilien hat wegen der Zölle von US-Präsident Donald Trump die Welthandelsorganisation (WTO) angerufen. Die Regierung habe einen Antrag auf Konsultationen mit den USA im Rahmen des Streitbeilegungssystems der WTO gestellt, erklärte das brasilianische Außenministerium. Die Aufschläge des Handelspartners seien "unbegründet und inkompatibel" mit den Regeln für den internationalen Handel. Ein Ersuchen um Konsultationen mit einem anderen Land ist ein erster Schritt zur Einleitung eines WTO-Verfahrens. Ziel ist eine einvernehmliche Lösung des Streits. In der vergangenen Woche führten die USA zunächst einen Strafzoll von 25 Prozent ein, um gegen angeblich unfaire Handelspraktiken vorzugehen. Später folgten weitere 12,5 Prozent Aufschlag unter Verweis auf den Einsatz von Zwangsarbeit in Brasilien. Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sieht in den Zöllen eine Wahlkampfeinmischung durch die USA. Im Oktober tritt er bei der Präsidentschaftswahl gegen den Sohn des früheren Präsidenten und Trump-Verbündeten Bolsonaro, Flávio Bolsonaro, an. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.