Datum28.07.2026 10:13
Quellewww.spiegel.de
TLDRSachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kritisiert die Ablösung von Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein durch Bundeskanzler Merz. Kretschmer bezeichnete sie als "unglaublich erfolgreiche Sportministerin", deren Wechsel er nicht versteht. Die Personalentscheidungen nach dem Regierungsumbau führten zu Unmut innerhalb der CDU, insbesondere bei ostdeutschen Landesverbänden und im Umgang mit Verkehrsminister Schnieder. Kretschmer bezweifelt, dass die Umbildung reibungslos verlief.
InhaltDer Regierungsumbau des Bundeskanzlers ist vollbracht, der CDU-interne Streit ist jedoch offenbar noch nicht beendet. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat einen Postenwechsel "überhaupt nicht verstanden". Sachsens Ministerpräsident und CDU-Landeschef Michael Kretschmer hat sich über die Ablösung von Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein kritisch geäußert. "Christiane Schenderlein war eine unglaublich erfolgreiche Sportministerin", sagte Kretschmer dem MDR . "Insofern habe ich diesen Wechsel überhaupt nicht verstanden. Ich hätte eher gesagt, Frau Schendlerlein bekommt die Urkunde für das erfolgreichste Kabinettsmitglied in der Regierung Merz. Diese Veränderung, die müssen wir erst alle noch mal durchdenken und dann vielleicht verstehen." Am Montag war bekannt geworden, dass Schenderlein nicht länger Sport-Staatsministerin im Kanzleramt ist und stattdessen als Parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium wechselt. Das gab Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin bekannt. Dass Schenderlein nicht im Kanzleramt bleiben soll, war seit mehreren Tagen bekannt und hatte zu massivem Unmut in den ostdeutschen Landesverbänden geführt. Ihre Nachfolge ist noch nicht geklärt. Kretschmer übte im MDR auch Kritik an den weiteren personellen Veränderungen in der Bundesregierung. "Es ist eine schwierige Geschichte gewesen die letzten Tage. Ich glaube, viele Menschen standen davor, haben das Ganze beobachtet und haben den Kopf geschüttelt. Ich auch." Natürlich müsse man einem Regierungschef zubilligen, dass er das Team bildet, mit dem er dann die Arbeit machen will und muss. "Jetzt gibt es eine Veränderung. Die ist sicherlich nicht so glatt gelaufen, wie man das erwarten kann. Aber jetzt gibt es diese Klarheit, und jetzt geht es hoffentlich auch wieder an die Arbeit." Innerhalb der CDU ist wegen Merz’ Personalrochade breiten Unmut entstanden, besonders wegen des Umgangs mit Verkehrsminister Patrick Schnieder. Besonders die CDU-Fraktion in Rheinland-Pfalz äußerte deutliche Kritik. Auch vom scheidenden Staatssekretär Tino Sorge gab es scharfe Worte. Merz wurde außerdem während einer digitalen Sitzung des CDU-Vorstands von mehreren Mitgliedern kritisiert (lesen Sie hier mehr dazu).