Datum28.07.2026 09:37
Quellewww.zeit.de
TLDRAMG Lithium hat Zinnwald Lithium vollständig übernommen. Dies soll den Abbau strategisch wichtigen lithiums im Osterzgebirge beschleunigen und Europas Rohstoffversorgung sichern. Wirtschaftsminister Panter sieht darin eine Stärkung Sachsens und Europas. Lithium ist entscheidend für Batterien und Elektromobilität. Kritiker äußern jedoch Bedenken bezüglich der geplanten Aufbereitungsanlage und Abraumhalde.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bergbau“. Lesen Sie jetzt „Zinnwald Lithium komplett von AMG übernommen“. Sachsen verbindet mit der vollständigen Übernahme der Zinnwald Lithium Plc. durch das Unternehmen AMG Lithium eine Beschleunigung beim Abbau des strategisch wichtigen Rohstoffs. Der Spezialist für die Produktion und Entwicklung hochwertiger lithiumhaltiger Materialien für Energiespeicher wolle damit die Entwicklung des Lithiumprojekts im Osterzgebirge vorantreiben, teilte das sächsische Wirtschaftsministerium mit. "Heimisches Lithium kann dazu beitragen, Europas Versorgung mit kritischen Rohstoffen widerstandsfähiger zu machen und die Transformation der Automobil-, Batterie- und Hightech-Industrie zu unterstützen. Dies stärkt den Rohstoffstandort Sachsen und ganz Europa", betonte Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD). Dass ein international tätiges Unternehmen wie AMG sein Engagement in Sachsen ausbauen wolle, zeige die Attraktivität des hiesigen Standortes und das Vertrauen internationaler Investoren in den Freistaat. Lithium zählt zu den von der Europäischen Union als strategisch eingestuften Rohstoffen und ist ein zentraler Bestandteil moderner Batterien für Elektromobilität sowie stationäre Energiespeicher. Das Lithiumvorkommen im Osterzgebirge gehört zu den bedeutendsten bekannten Lagerstätten Europas. Zinnwald Lithium Plc. ist keine deutsche Aktiengesellschaft (AG), sondern eine nach britischem Recht gegründete Public Limited Company (Plc). Die vollständige Übernahme war seit längerem angekündigt und wurde nun vermeldet. Zuvor hielt AMG Lithium rund 30 Prozent der Anteile an der Muttergesellschaft. AMG Lithium gehört zum Konzern AMG Critical Materials N.V. mit Sitz in den Niederlanden. Das Unternehmen hat in Bitterfeld-Wolfen vor rund eineinhalb Jahren Europas erste Lithiumhydroxid-Raffinerie in Betrieb genommen. AMG Lithium hatte angekündigt, den Abbau von Lithium aus Festgestein zunächst schrittweise anzugehen, um das Risiko für alle Beteiligten zu senken. Bislang war von einem jährlichen Abbauvolumen von bis zu 1,5 Millionen Tonnen Lithium-Erz die Rede. Vor allem die zur Diskussion stehenden Standorte einer dafür nötigen Aufbereitungsanlage und einer Abraumhalde sorgen bei Bürgerinitiativen für Widerstand. © dpa-infocom, dpa:260728-930-448185/1