Datum28.07.2026 06:07
Quellewww.zeit.de
TLDRNach einem islamistisch mutmaßlichen Anschlag mit Todesopfern wurde Abdul B., der an einem Deradikalisierungsprogramm teilnahm, erschossen. Seine Teilnahme an dem Programm zeigte keine Bedrohungshinweise. Der Artikel thematisiert zudem die Suche nach einem Ebolaimpfstoff angesichts einer schlimmen Epidemie im Kongo, die durch bewaffnete Konflikte und Misstrauen erschwert wird. Klinische Tests für Therapien laufen.
InhaltAbdul B. nahm an einem Deradikalisierungsprogramm teil. Warum hat die Maßnahme bei ihm nicht funktioniert? Und: die Suche nach einem Ebolaimpfstoff Nach seinem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day mit einer Toten und zahlreichen Verletzten wurde Abdul B. am Sonntag von der Polizei erschossen. Eigentlich hätte er am Montag seinen dritten Termin bei dem Berliner Verein Violence Prevention gehabt. Das Amtsgericht Tiergarten hatte Abdul B. im Mai zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verurteilt. Mit dem Urteil erhielt er auch eine gerichtliche Weisung, an einem Deradikalisierungsprogramm des Vereins teilzunehmen. Bei seinen ersten beiden Terminen dort sei Abdul B. äußerst "freundlich, kontrolliert und undurchschaubar" aufgetreten, es habe sich "nicht der geringste konkrete Bedrohungshinweis" ergeben. Das sagte der Leiter der Organisation, Thomas Mücke, der ZEIT. Was genau Deradikalisierungsprogramme sind, erklärt der Politikwissenschaftler und Radikalisierungsforscher Özgür Özvatan. Die Ebolaepidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter aus. Mehr als 1.400 Menschen sind seit Ende April nachweislich an dem Virus gestorben, melden die kongolesischen Gesundheitsbehörden. Die Zahl der im Labor bestätigten Infektionen stieg demnach auf 3.200. Den aktuellen Angaben der Behörde zufolge liegt die Todesrate derzeit bei 43,9 Prozent. Experten nehmen an, dass sich die Krankheit im Frühjahr in Ostkongo schon wochenlang unbemerkt ausbreiten konnte. Konflikte mit bewaffneten Gruppen sowie großes Misstrauen gegenüber medizinischen Helfern erschweren die Eindämmung. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für die Ebolaspezies Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt. Seit Anfang Juli läuft die klinische Testphase für zwei antivirale Therapieverfahren. Dazu spricht ZEIT-Autor Kai Kupferschmidt. Das Was Jetzt? – Spezial von Imre Balzer zu diesem Thema finden Sie hier. Und sonst so? Mückenliebling? Moderation und Produktion: Hannah Grünewald Redaktion: Elise Landschek Mitarbeit: Mira Schrems und Mathias Peer Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.