Datum28.07.2026 05:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDer neue Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Sachsen-Anhalt, Sven Polifka, kritisiert die Reformen der Bundesregierung als unzureichend. Er betont die Notwendigkeit, die Wertschöpfung zu steigern, statt nur über Verteilung zu sprechen. Viele mittelständische Unternehmen, insbesondere Speditionen, kämpfen mit gestiegenen Kosten und Fachkräftemangel. Polifka kritisiert die Bürokratie, hohe Arbeitskosten und Energiepreise. Er fordert mehr Tatkraft von den politischen Parteien und kritisiert die Ausnutzung von Sozialsystemen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wirtschaft in Sachsen-Anhalt“. Lesen Sie jetzt „Arbeitgeberverband: Reformen greifen zu kurz“. Der neue Vorsitzende des Allgemeinen Arbeitgeberverbands der Wirtschaft für Sachsen-Anhalt (AVW), Sven Polifka, hält die Reformen der Bundesregierung für unzureichend. "Diese Reformen – oder Reförmchen – greifen aus meiner Sicht zu kurz", sagte der Speditionsunternehmer aus Schwanebeck der "Mitteldeutschen Zeitung" und der "Volksstimme". Man müsse weniger über Verteilung sprechen und mehr darüber, wie die Wertschöpfung steigt. Polifka zeichnete ein schwieriges Bild der wirtschaftlichen Lage vieler mittelständischer Unternehmen im Land. Vor allem zahlreiche Speditionen könnten gestiegene Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben. Manche bauten deshalb Kapazitäten ab oder gäben ganz auf. "Oft nehmen wir nur die Schwierigkeiten in der Automobilindustrie wahr und nicht das Sterben in der Fläche", sagte er. Der überwiegende Teil der Unternehmen befinde sich im "Modus Operandi: Mal gucken, wie es wird und wie lange es noch geht", sagte Polifka. Als weitere große Probleme nannte er den Fachkräftemangel und Schwierigkeiten bei der Unternehmensnachfolge. Zu den wichtigsten Herausforderungen für die Wirtschaft zählte der neue Verbandschef hohe Arbeitskosten, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Bürokratie, den Krankenstand und hohe Energiepreise. Die geplanten Steuerentlastungen für kleine und mittlere Einkommen bewertete er skeptisch. "Ich halte es für fraglich, ob das derzeit Geplante der Wirtschaft wirklich hilft", sagte Polifka. Zur Diskussion über eine Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag sagte der Unternehmer: "Wir müssen als Gesellschaft hier mit Augenmaß darauf Acht geben, dass unsere Systeme nicht ausgenutzt werden." Mit Blick auf die Landtagswahl äußerte Polifka die Hoffnung auf eine hohe Wahlbeteiligung und ein breites Parteienspektrum im Parlament. Den Erfolg der AfD erklärte er vor allem mit der Enttäuschung vieler Menschen über die bisherigen Regierungsparteien. "Man darf die Menschen, also die Wähler, nicht veralbern. Weniger reden, mehr ins "Machen" kommen", sagte er. © dpa-infocom, dpa:260728-930-447595/1