Datum28.07.2026 05:00
Quellewww.zeit.de
TLDRSeit 40 Jahren wird in Sachsen der Waldboden per Hubschrauber gekalkt, um saure Böden zu bekämpfen, die Folge von Luftverschmutzung sind. Das Ziel ist, den pH-Wert zu erhöhen und die Nährstoffsättigung zu verbessern. In diesem Jahr werden 6.900 Hektar Wald in verschiedenen Regionen behandelt, wobei fast 21.000 Tonnen Magnesiumkalk verteilt werden. Die Maßnahme kostet jährlich Millionen Euro und wird hauptsächlich aus EU-Mitteln finanziert. Betroffene Waldflächen sind während der Kalkung gesperrt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bodenschutzkalkung“. Lesen Sie jetzt „40 Jahre Kalk-Kur gegen saure Böden im Wald“. Schon seit 40 Jahren wird der Waldboden in Sachsen gekalkt - und auch jetzt sind wieder Hubschrauber unterwegs, um Wälder zwischen dem Vogtland und der Sächsischen Schweiz aus der Luft mit Kalk zu versorgen. Warum die Kalk-Kur aus der Luft auch nach vier Jahrzehnten noch nötig ist. Mit der Maßnahme wird gegen die sauren Böden in den Mittelgebirgen angekämpft. Sie sind eine Folge der jahrzehntelangen Luftverschmutzung durch Industrieabgase. "Die Bodenschutzkalkung ist nach wie vor nötig, um die Schäden der Vergangenheit in den sächsischen Wäldern zu beheben", erklärte Landesforstpräsident Utz Hempfling. Begonnen wurde damit 1986. Als Ziele sind zwei Werte festgelegt: Der pH-Wert der Böden soll in einer Tiefe bis zu 30 Zentimeter auf 4,2 gebracht werden und die Nährstoffsättigung auf 15 Prozent. Dafür müssen die Flächen mehrfach gekalkt werden. Betroffene Stellen werden frühestens nach zehn Jahren erneut versorgt. Von Juli bis Oktober werden in diesem Jahr 6.900 Hektar Wald in den Forstbezirken Adorf, Plauen, Eibenstock, Neudorf, Marienberg, Bärenfels sowie in der Sächsischen Schweiz überflogen. Der größte Teil ist Landeswald, aber es werden auch 1.680 Hektar Privatwald, 180 Kommunalwald und 100 Hektar Kirchwald gekalkt. Diesmal werden nach Angaben von Sachsenforst insgesamt knapp 21.000 Tonnen Magnesiumkalk verteilt. Das Material stamme aus einem Kalkwerk in der Oberpfalz. Pro Quadratmeter landeten im Schnitt 300 Gramm Gesteinsmehl auf dem Waldboden. Während die Hubschrauber unterwegs sind, dürfen die betroffenen Waldflächen aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Über die Sperrzeiten wird unter anderem im Internet informiert. Der verteilte Kalk sei für Lebewesen gesundheitlich unbedenklich. Wer Spuren davon auf Beeren, Pilzen oder Pflanzen findet, sollte diese vor dem Verzehr mit Wasser abspülen. Laut Forstverwaltung bewegen sich die Kosten der Maßnahme jedes Jahr im Millionenbereich. Voriges Jahr wurden für die Kalkung von 5.860 Hektar Wald 2,9 Millionen Euro aus EU-Mitteln veranschlagt. © dpa-infocom, dpa:260728-930-447488/1