Hilfe bei Hitze: Grüne fordern Hitzeschutz-Sofortprogramm

Datum28.07.2026 03:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Grünen fordern ein Hitzeschutz-Sofortprogramm für Rheinland-Pfalz. Katrin Eder kritisiert, dass Städte trotz erster Maßnahmen nicht ausreichend auf Hitzewellen vorbereitet seien, insbesondere Großstädte mit hoher Versiegelung. Sie bemängelt die begrenzte Finanzierung kommunaler Klimaanpassungsmaßnahmen und fordert die Landesregierung auf, ein Hitzeschutz-Sofortprogramm mit Fokus auf vulnerable Gruppen aufzulegen. Langfristig werden klimaangepasste Stadtumbauten mit mehr Grün und Entsiegelung gefordert.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Hilfe bei Hitze“. Lesen Sie jetzt „Grüne fordern Hitzeschutz-Sofortprogramm“. Trotz Trinkbrunnen und mehr schattigem Grün - die rheinland-pfälzischen Städte und Gemeinden sind nach Einschätzung der Grünen-Politikerin Katrin Eder nicht ausreichend auf Hitzewellen vorbereitet. "Besonders groß ist der Handlungsdruck in den Großstädten", sagte die ehemalige Umweltministerin und jetzige Fraktionschefin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Einige Großstädte zählten bundesweit zu den Städten mit dem höchsten Versiegelungsgrad. "Bei den Themen Begrünung, Entsiegelung und Hitzeschutz wurden erste Anstrengungen unternommen", sagte Eder. Allerdings sei das kommunale Investitionsprogramm für Klimaschutz und Innovation bei Klimaanpassungsmaßnahmen auf höchstens 25 Prozent der Mittel begrenzt gewesen. "Hier muss in den nächsten Jahren mehr geschehen." Die Grünen-Politikerin nannte es "bedauerlich", dass die neue schwarz-rote Landesregierung keine Neuauflage des von SPD, Grünen und FDP beschlossenen kommunalen Investitionsprogramms für Klimaschutz und Innovation plane.  "Wir fordern sie auf, diese Entscheidung zu überdenken, um kommunalen Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen zu ermöglichen." Zudem müsse die CDU-geführte Landesregierung eine Klimaanpassungsstrategie vorlegen und daraus beherzt Umsetzungsschritte ableiten. "Großen Nachholbedarf sehen wir beim Schutz besonders gefährdeter Personen, etwa älterer Menschen, Kinder, chronisch Kranker, Pflegebedürftiger und Menschen ohne kühle Rückzugsräume", sagte Eder. "Sie brauchen bei extremer Hitze schnell erreichbare und verlässliche Hilfe." Rheinland-Pfalz brauche daher auch ein Hitzeschutz-Sofortprogramm des Landes mit einem besonderen Fokus auf die vulnerablen Gruppen. "Es muss Maßnahmen finanzieren, die schnell umgesetzt werden können." Dazu gehörten zusätzliche Trinkwasserangebote, Schattenplätze, öffentlich zugängliche kühle Räume sowie bessere Hitzevorsorge in Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. "Mittel- bis langfristig müssen wir unsere Städte klimaangepasst umbauen: mit mehr Bäumen, mehr Grünflächen, besseren Versickerungsmöglichkeiten und der gezielten Entsiegelung bestehender Flächen", betonte Eder. "Gleichzeitig müssen wir davon wegkommen, dass immer noch mehr Flächen versiegelt werden." © dpa-infocom, dpa:260728-930-447221/1