Datum28.07.2026 03:10
Quellewww.zeit.de
TLDRDie IWF-Chefin lobt Argentiniens Sparmaßnahmen unter Präsident Milei, die zu gesunkener Inflation und Haushaltsüberschuss führten. Diese Erfolge seien das Ergebnis "harter Arbeit" und "Opfer des admittedly Volkes". Trotz Kritik und Protesten wegen gekürzter Subventionen und schwachem Konsum sieht der IWF Fortschritte in der Kreditwürdigkeit des Landes. Argentinien ist der größte IWF-Schuldner und hat ein Kreditprogramm über 20 Milliarden Dollar.
InhaltDer Präsident von Argentinien hat Staatsausgaben und Subventionen radikal gekürzt. Der Internationale Währungsfonds begrüßt die hoch umstrittene Wirtschaftsreform. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat die umstrittenen Wirtschaftsreformen der argentinischen Regierung gelobt. Seit dem Amtsantritt von Präsident Javier Milei sei die Lage in dem Land "nach allen Kennzahlen deutlich solider", sagte Kristalina Georgieva bei einem Besuch in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Die Entwicklung sei das Ergebnis der "harten Arbeit der Regierung" und der "Opfer des argentinischen Volkes". Die IWF-Chefin verwies auf die gesunkene Inflation, den Haushaltsüberschuss und eine bessere Kreditwürdigkeit des Landes. Davon profitierten unter anderem die Öl- und Gasindustrie, der Bergbau und die Landwirtschaft. Argentinien müsse jedoch mehr reguläre Arbeitsplätze schaffen und den Konsum stärken, sagte Georgieva. Milei hatte nach seinem Amtsantritt im Jahr 2023 hohe Kürzungen bei den Staatsausgaben und Subventionen durchgesetzt. Sein Sparkurs brachte Argentinien erstmals seit 14 Jahren einen Haushaltsüberschuss und ließ die Inflation deutlich sinken, seine Reformen lösten aber auch wiederholt heftige Proteste aus und sind juristisch teils umstritten. Auch beim Besuch der IWF-Chefin demonstrierten Menschen vor dem Wirtschaftsministerium in Buenos Aires. Die wirtschaftliche Lage in Argentinien bleibt von widersprüchlichen Entwicklungen geprägt. Die Inflation ging zuletzt zwar auf 33,5 Prozent im Jahresvergleich zurück. Die Wirtschaft wuchs zeitgleich jedoch nur um 0,2 Prozent, während der IWF für dieses Jahr ein Plus von 3,5 Prozent erwartet. Zudem ist der private Konsum schwach. Der Anteil privater Haushalte, die Kredite für Notleidende erhalten, hat den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Binnen eines Jahres verdreifachte sich ihr Anteil auf 12,8 Prozent. Der Ökonom Patrick Kaczmarczyk bezeichnete die bisherige Bilanz der Reform als verheerend. Die Politik von Milei habe die industrielle Basis des Landes zerstört. Argentiniens Industrie schrumpfte zwischen 2023 und 2025 laut einer Auswertung von UN-Industriedaten um 7,9 Prozent. Argentinien ist der größte Schuldner des IWF. Im vergangenen Jahr hat das südamerikanische Land ein vierjähriges Kreditprogramm über 20 Milliarden Dollar mit dem Währungsfonds vereinbart.