Datum27.07.2026 17:58
Quellewww.zeit.de
TLDRDer entlassene Gesundheitsstaatssekretär Tino Sorge kritisiert Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen Vorgehensweise bei seiner Ablösung. Sorge bedauert, seine Arbeit nicht fortsetzen zu können und bemängelt, dass Merz seine Entscheidung zuerst öffentlich und nicht im persönlichen Gespräch kommunizierte. Sorge hofft, dass die Personalentscheidung einer größeren Logik folgt, während die Nachfolgerin Christiane Schenderlein sich auf ihre neue Aufgabe freut und Merz dankt. Die Entscheidung wird auch von anderen CDU-Politikern kritisch gesehen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Personalwechsel bei CDU“. Lesen Sie jetzt „Entlassener Gesundheitsstaatssekretär kritisiert Merz“. Der scheidende Gesundheitsstaatssekretär Tino Sorge reagiert auf seine Entlassung mit deutlicher Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU). "Es ist kein Geheimnis, dass ich meine Arbeit an dieser zentralen Schaltstelle der Gesundheitspolitik gern fortgeführt hätte", schreibt der Abgeordnete in einer Erklärung, die er in sozialen Netzwerken verbreitete. Als Teil der Personalrochade des Kanzlers und CDU-Chefs soll die Sport-Staatsministerin im Kanzleramt, Christiane Schenderlein, Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium werden und Sorge ablösen. "Die Entscheidung des Bundeskanzlers nehme ich zur Kenntnis", schreibt Sorge. "Dass er sie - anstelle eines persönlichen Gesprächs mitmir - zuerst in Parteigremien und vor der Presse verkündet hat, bleibt seine eigene Stilfrage." Weiter schreibt der aus Sachsen-Anhalt stammende Sorge: "Angesichts der Ereignisse der letzten Tage und am Vorabend mehrerer Landtagswahlen wird der Bundeskanzler diese Entscheidung mit Bedacht getroffen haben." Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU), der vor der Wahl in seinem Land im September um seinen Posten kämpft, hatte die Personalrochade im Deutschlandfunk als "nicht unbedingt gut verlaufen" bezeichnet. Sorge schreibt über Merz` Entscheidung: "Zu hoffen bleibt, dass sie einer übergeordneten Logik folgt, die größer ist als die Summe einzelner Personalentscheidungen." Sorge zählt zentrale Aufgaben in seinem Ressort auf und wünscht "dem neuen Bundesgesundheitsminister CarstenLinnemann und seinem Team alles erdenklich Gute und viel Erfolg". Auch Schenderlein äußerte sich, übte dabei aber keine Kritik an Merz. Sie freue sich auf die neue Aufgabe. Schenderlein bedankte sich bei Merz und zahlreichen anderen und erwähnte "hervorragende Anknüpfungspunkte" des neuen zum alten Amt – etwa die Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden oder die Zuständigkeit des Gesundheitsministeriums für "die sportliche Bewegungsförderung". © dpa-infocom, dpa:260727-930-446523/1